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Vögel:
Verleiten die Gene zum Seitensprung?
Obwohl sich Männchen und
Weibchen bei vielen Vogelarten zu festen Paaren zusammenfinden,
gehen die Partner gelegentlich fremd. Warum sie das tun, haben
Biologen jetzt untersucht.
(jkm) - Ein internationales Biologenteam
hat jetzt entdeckt, dass die Häufigkeit der Seitensprünge
mit der genetischen Ähnlichkeit zwischen den Partnern steigt.
Vielleicht wollen die Tiere durch die "außerehelichen"
Paarungen Inzuchteffekte vermeiden, schreiben die Forscher im
Magazin "Nature".
Mehrere Studien hätten gezeigt,
dass der Fortpflanzungserfolg mit der genetischen Verschiedenheit
der Eltern steige, schreiben die Forscher um Bart Kempenaers von
der Max-Planck-Forschungsstelle für Ornithologie in Seewiesen.
Daher sollte die natürliche Auslese eigentlich dazu geführt
haben, dass die Tiere Paarungen mit genetisch ähnlichen Partnern
vermeiden. Bei einer eingeschränkten Auswahl an potenziellen
Partnern, beispielsweise in Brutkolonien, könne es aber dennoch
zu solchen Paarungen kommen.
Das Team ging nun der Vermutung
nach, dass Vögel sich unter diesen Umständen besonders
häufig mit fremden Individuen paaren. Die Forscher untersuchten
insgesamt 105 Gelege des Bergstrandläufers (Calidris mauri),
des Flussuferläufers (Actitis hypoleuca) und des Seeregenpfeifers
(Charadrius alexandrinus).
Die genetischen Fingerabdrücke
der Eltern und Küken zeigten, dass in acht Nestern mindestens
ein Ei gelegen hatte, das aus einem Abenteuer des Männchens
oder des Weibchens mit einem fremden Partner hervorgegangen war.
Das Auszählen der gemeinsamen DNA-Banden ergab, dass diese
Seitensprünge bevorzugt bei genetisch ähnlichen Partnern
aufgetreten waren. Anscheinend können die Tiere erkennen,
wie ähnlich ihr Erbgut ist, und haben gelernt, in solchen
Fällen zur Vermeidung von Inzuchteffekten für "frisches
Blut" zu sorgen.
"Diese große Frage
ist nun, woher die Vögel wissen, mit wem sie sich paaren",
kommentiert Arie van Noordwijk vom Niederländischen Institut
für Ökologie, Heteren, in der gleichen Ausgabe der Zeitschrift.
Bei Nagetieren geschehe dies über den Geruchssinn, bei Vögeln
sei dieser jedoch vergleichsweise unterentwickelt.
"Seit langem ist bekannt,
dass Vögel in ihrem Verhalten schlau und anpassungsfähig
sind", so der Forscher. "Aber anscheinend haben wir
sie ernsthaft unterschätzt."
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