Rote Liste: Zahl bedrohter Tiere und Pflanze hat zugenommen
Die rote Liste wächst: die Saiga Antilope, das wilde baktrische Kamel, der iberische Luchs und viele weitere Arten sind massiv vom Aussterben bedroht.
Zwei Kakteenarten in Mexiko gehören ebenfalls zu den rund 12.000 akut bedrohten Pflanzen und Tieren auf einer aktualisierten Liste, die die Internationale Naturschutzunion (IUCN) am Dienstag in Genf veröffentlicht hat. Ihre Zahl hat seit der letzten Zählung vor zwei Jahren um 121 zugenommen. Allerdings gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der tatsächlich gefährdeten Arten weit höher ist. So sind nur vier Prozent der weltweit bekannten Pflanzen als bedroht aufgelistet, vor allem Bäume.
Die Rote Liste der IUCN soll dazu dienen, auf regionaler Ebene Maßnahmen zum Schutz von Tieren und Pflanzen zu ergreifen. «Auf der Roten Liste werden alle Arten mit der selben Bedeutung gewichtet - die bayerische Fichtenwühlmaus steht dabei auf selber Ebene wie das afrikanische Nashorn», erklärte IUCN-Generaldirektor Achim Steiner.
Auf der alle zwei Jahre angepassten Liste der gefährdeten Arten steht auch die äthiopische Wassermaus. Sie wird von Rindern vertrieben. Das baktrische Kamel wird gejagt, weil es mit domestizierten Kamelen und Zuchtrindern um Futter konkurriert. Der iberische Luchs findet immer weniger Lebensraum auf der Halbinsel.
Der Bestand der Saiga Antilope wurde in den letzten Jahren vor allem wegen ihres Fleisches und des für medizinischen Zwecke genutzten Horns dezimiert. Gab es in Zentralasien 1993 noch rund eine Millionen Tiere, so sind es jetzt nur noch etwa 50.000 in freier Wildbahn.
Die nächste Rote Liste der IUCN, die als das umfangreichste Standardwerk über die bedrohten Arten gilt, wird 2004 veröffentlicht.