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Pilz des Jahres: Papageigrüner Saftling
Der Papageigrüne Saftling
wurde von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum Pilz
des Jahres 2003 gewählt.
Hornberg (dpa) - Der grünlich-gelb
glänzende Pilz (Hygrocybe psittacina) wächst auf ungedüngten
und wenig genutzten Wiesen, Weiden, Rasen und Matten von den Küsten
bis in die Alpen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie
(DGfM) wählte ihn aus, um auf die Gefährdung dieser
artenreichen und empfindlichen Lebensgemeinschaften hinzuweisen,
die durch landwirtschaftliche Intensivnutzung mit Düngung
und dem Einsatz von Pestiziden bedroht sind.
Zur Bekanntgabe des Pilzes des
Jahres in Hornberg im Schwarzwald am Samstag beklagte Prof. Reinhard
Agerer, der Präsident der DGfM, dass die ökologische
Bedeutung der Pilze nicht genügend wahrgenommen werde. Er
verwies auf die Forderung des Weltgipfels für nachhaltige
Entwicklung in Johannesburg, das Artensterben bis 2010 deutlich
zu verringern. «Mit der Bekanntgabe des Pilzes des Jahres
wollen wir wachrütteln.» Es sei vielleicht schon vergessen,
dass die neueren Waldschäden besonders durch die Störung
der Pilz-Symbiosen in den Wäldern zum Ausbruch kommen konnten.
Der bis zu fünf Zentimeter
große Papageiensaftling mit gelben Lamellen und grünlich-orangenem
Stiel wurde zuerst 1770 von dem Regensburger Botaniker Jakob Christian
Schäffer beschrieben. Für den Kochtopf ist er nach Angaben
der Gesellschaft nicht geeignet. Es gibt auch knallrote, rosafarbene,
gelbe, violette und weiße Saftlinge. Sie wachsen auf Wiesen
zusammen mit anderen Pilzarten wie Rötlingen, Erdzungen,
Bovisten sowie Korallen- und Keulenpilzen.
In Hornberg traf die Pilzkunde-Gesellschaft
an diesem Wochenende zu ihrer Jahrestagung zusammen. Gleichzeitig
wurde das 40-jährige Bestehen der Schwarzwälder Pilzlehrschau
in Hornberg gefeiert.
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