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- 01.10.2002 -

 

 

 

 

 


 

Pilz des Jahres: Papageigrüner Saftling

Der Papageigrüne Saftling wurde von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum Pilz des Jahres 2003 gewählt.

Hornberg (dpa) - Der grünlich-gelb glänzende Pilz (Hygrocybe psittacina) wächst auf ungedüngten und wenig genutzten Wiesen, Weiden, Rasen und Matten von den Küsten bis in die Alpen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) wählte ihn aus, um auf die Gefährdung dieser artenreichen und empfindlichen Lebensgemeinschaften hinzuweisen, die durch landwirtschaftliche Intensivnutzung mit Düngung und dem Einsatz von Pestiziden bedroht sind.

Zur Bekanntgabe des Pilzes des Jahres in Hornberg im Schwarzwald am Samstag beklagte Prof. Reinhard Agerer, der Präsident der DGfM, dass die ökologische Bedeutung der Pilze nicht genügend wahrgenommen werde. Er verwies auf die Forderung des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg, das Artensterben bis 2010 deutlich zu verringern. «Mit der Bekanntgabe des Pilzes des Jahres wollen wir wachrütteln.» Es sei vielleicht schon vergessen, dass die neueren Waldschäden besonders durch die Störung der Pilz-Symbiosen in den Wäldern zum Ausbruch kommen konnten.

Der bis zu fünf Zentimeter große Papageiensaftling mit gelben Lamellen und grünlich-orangenem Stiel wurde zuerst 1770 von dem Regensburger Botaniker Jakob Christian Schäffer beschrieben. Für den Kochtopf ist er nach Angaben der Gesellschaft nicht geeignet. Es gibt auch knallrote, rosafarbene, gelbe, violette und weiße Saftlinge. Sie wachsen auf Wiesen zusammen mit anderen Pilzarten wie Rötlingen, Erdzungen, Bovisten sowie Korallen- und Keulenpilzen.

In Hornberg traf die Pilzkunde-Gesellschaft an diesem Wochenende zu ihrer Jahrestagung zusammen. Gleichzeitig wurde das 40-jährige Bestehen der Schwarzwälder Pilzlehrschau in Hornberg gefeiert.

 


© dpa

Ein Modell einer Gruppe des "Papageigrünen Saftlings" (Hygrocybe psittacina), aufgenommen in der Schwarzwälder Pilzlehrschau in Hornberg.

 Mehr Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Mykologie

 

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