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- 30.09.2002 -

 

 

 

 

 


 

Schützenfische: Mahlzeit dank Mathematik

In den Lagunen Südostasiens lauern wahre Rechenkünstler unter der Wasseroberfläche. Ein kurzer Blick genügt Schützenfischen, um den Fall eines Beutetieres zu analysieren, berichten Freiburger Biologen.

(jkm) - Hat einer der Fische ein Insekt von einem Zweig geschossen, weiß er schon nach einer Zehntel Sekunde sehr genau, wo der Leckerbissen auf der Wasseroberfläche landen wird - und seine hungrigen Artgenossen ebenfalls, schreiben die Forscher im "Journal of Experimental Biology".

Stefan Schuster und sein Team von der Universität Freiburg untersuchten Schützenfische der Art Toxotes jaculatrix. Diese in den Tropen beheimateten Fische haben eine besondere Jagdmethode entwickelt. Haben sie ein Insekt ausgemacht, dass auf einem über dem Wasser hängenden Zweig sitzt, schießen sie es mit einem gezielten Wasserstrahl aus ihrem Maul ab. Damit ist die Beute jedoch alles andere als sicher.

Andere Schützenfische verfolgen das Treiben um sie herum sehr genau und sind stets bereit, von der Treffsicherheit eines Artgenossen zu profitieren. Schnelligkeit ist daher das oberste Gebot, fanden Schuster und sein Team.

Die Forscher führten Experimente mit Schützenfischen in einem 600 Liter-Aquarium durch. Hochgeschwindigkeitsaufnahmen zeigten, dass die Tiere bereits 100 Millisekunden nach einem erfolgreichen Abschuss zielsicher auf jene Stelle zuschwammen, an der die Beute aufkommen würde.

Menschen beherrschen diesen Trick weitaus weniger gut. Beispielsweise müssen Fußballspieler immer wieder auf einen im hohen Bogen über das Spielfeld fliegenden Ball schauen, um dessen Flugbahn rekonstruieren zu können. Den Fischen genügt dagegen ein einziger Blick, wiesen die Biologen nach.

Banden sie das Insekt an einen dünnen Faden, so dass sein Fall kurz nach dem Abschuss stoppte, hielten die Fische weiterhin auf den theoretischen Aufschlagpunkt zu. Offenbar waren sie von ihrer Flugbahnberechnung so überzeugt, dass sie keinen weiteren Blick auf die Beute warfen.

Schuster weist darauf hin, dass Schützenfische über weitere Fähigkeiten verfügen, die eine nähere Untersuchung lohnen. So können die Tiere eine Beute vor einem reich strukturierten Hintergrund und ungeachtet der störenden Lichtbrechung an der Wasseroberfläche ausmachen.

Zudem müssen sie berücksichtigen, dass nicht nur die Flugbahn der Beute, sondern auch die Form ihres Wasserstrahls der Schwerkraft gehorcht. Dass die Schützenfische diese Probleme scheinbar mühelos meistern, mache sie nicht nur für Neurowissenschaftler, sondern auch für Bildanalytiker interessant.

 


© ArtToday

Der Schützenfisch ist ein wahrer Rechenkünstler.

 Mehr Informationen:

Nature Science Update

Journal of Experimental Biology

Stefan Schuster, Universität Freiburg

Schützenfische

Archer Fish

 

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