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Siesta:
Schlaf, Pinguin, schlaf
Königspinguine schlummern
am tiefsten, wenn sie Verdauungsschlaf halten. Wie ein französischer
Ökologe berichtet, dauert es nachmittags fast doppelt so
lange wie morgens, die schlafenden Vögel zu wecken.
(jkm) - Gérard Dewasmes
studierte einen Monat lang Königspinguine (Aptenodytes patagonica)
auf den Crozet-Inseln, die rund 1.000 Kilometer weit von der Antarktis
entfernt liegen.
Um die Tiere aus dem Schlaf zu
wecken, tippte der Forscher ihnen mit einem Stock auf die Schultern.
Morgens erwachten die Pinguine in der Regel nach spätestens
fünf Stupsern, schreibt der Forscher im Magazin "Polar
Biology".
Nachmittags benötigte er
dagegen neun Versuche, um die Vögel aus dem Schlaf zu reißen.
Zu diesem Zeitpunkt verdauen sie ihre mittägliche Mahlzeit
und sind deshalb vielleicht besonders schläfrig, spekuliert
Dewasmes.
Der Versuch habe erstmals bewiesen,
dass auch bei Vögeln verschiedene Schlafphasen vom leichten
bis zum tiefen Schlaf existierten, schreibt der Forscher.
Nicht die Natur, wohl aber das
Sozialleben bestimmen demnach den Schlafrhythmus: Pinguine leben
dicht gedrängt in Kolonien und wecken sich morgens gegenseitig,
sobald die ersten Frühaufsteher fischen gehen. Sie stoßen
auf dem Weg zum Strand ihre Nachbarn an und rütteln so nach
und nach auch noch den letzten Langschläfer auf.
Das kann für jene Tiere lästig
werden, die bewusst ihr Nest nicht verlassen wollen. "Gerade
brütende Vögel müssen ihren Schlaf den Aktivitäten
ihrer Kolonie anpassen", sagte Dewasmes gegenüber der
Online-Ausgabe von "Nature". Die Nesthocker müssten
während des Brütens mit einem Halbschlaf auskommen,
um einerseits zu ruhen, andererseits aber noch ausreichend wachsam
zu sein.
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