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Kanada: Tierwelt in Gefahr
Eine kanadische Naturschutzorganisation
schlägt Alarm: Klimawandel, chemische Rückstände,
der Raubbau natürlicher Ressourcen und eingeschleppte Arten
machen der kanadischen Tierwelt schwer zu schaffen.
(jkm) - Eigentlich müsste
es der kanadischen Tierwelt glänzend gehen: Der Staat hat
49 Gebiete als Wildschutzzonen und 94 Landstriche als Vogelschutzgebiete
ausgeschrieben. Insgesamt sind über 110.000 Quadratkilometer
der Tierwelt vorbehalten. Doch die "Canadian Nature Federation"
(CNF) schlägt Alarm. In einem jetzt veröffentlichten
Zustandsbericht zeichnet die Naturschutzorganisation ein düsteres
Bild über den Zustand der kanadischen Natur.
Demnach leidet die Tierwelt unter
dem Klimawandel, chemischen Rückständen in Böden
und Gewässern, dem Raubbau natürlicher Ressourcen sowie
der Wilderei. Die Holzindustrie sowie landwirtschaftliche Flächen
wie etwa riesige Preiselbeerfelder schlagen Schneisen in die Waldgebiete.
Zudem fällt es der heimischen
Natur immer schwerer, sich eingeschleppter Pflanzen und Tiere
zu erwehren. In den kanadischen Seen werden beispielsweise angestammte
Wasserlebewesen von der Zebramuschel verdrängt. In der 80er
Jahren eingeführt, ist die Muschel inzwischen außer
Kontrolle geraten, weil in Kanada natürliche Feinde fehlen.
Zur Pflege aller Naturschutzgebiete
gibt der Staat gerade einmal 1,7 Millionen Dollar aus, empört
sich Julie Gelfand, Präsidentin der CNF: "Es stehen
nur 15 Cents pro Hektar zur Verfügung, die Schutzgebiete
werden deshalb kaum betreut. Die USA lassen sich ihre Wildreservate
12 Dollar pro Hektar kosten."
Den Zeitpunkt der Veröffentlichung
ihres Berichts hat die CNF gut gewählt: In Halifax versammeln
sich dieser Tage die Umweltminister der kanadischen Provinzen
zu einer Fachtagung. Die Naturschützer wollen zu diesem Anlass
die kanadische Regierung an ihr Versprechen erinnern.
Auf dem Weltgipfel 2002 in Johannesburg
hatte der kanadische Ministerpräsident Jean Chrétien
vollmundig versprochen, dem Natur- und Umweltschutz künftig
besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
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