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Ornithologen: Vögel zieht es mehr
und mehr in die Städte
Die in Deutschland heimischen
Vögel nehmen die Städte immer mehr als Lebensraum an.
Das sei eine Folge schwindender Lebensräume in der freien
Natur.
Münster (dpa) - Dies sagte
der Präsident der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, Professor
Franz Bairlein, am Mittwoch zum Auftakt der 135. Jahresversammlung
der Gesellschaft in Münster. Der in Radolfzell (Baden-Württemberg)
ansässigen Organisation gehören 2400 Mitglieder an.
450 Experten diskutieren bis 30. September in Münster über
Fragen des Vogelschutzes.
Bairlein nannte die intensive
Landwirtschaft als einen Grund für die «Landflucht»
der Vögel. Beispielsweise wurden in der Großstadt Köln
13 Habicht-Paare gesichtet. Die Greifvögel folgten kleineren
Vögeln wie Elstern, die ihnen als Nahrung dienen. Diese kämen
in die Städte, weil dort neben Nahrung auch zunehmend Schutz,
etwa in angepflanzten Birken, zu finden sei.
«Früher wurden in den
Vorgärten nur Gemüse und ein paar Büsche angepflanzt,
heute stehen die für Vögel günstigen Laub- und
Nadelbäume vor den Häusern», sagte Bairlein. Die
Stadt biete jedoch nur etwa 20 bis 30 Prozent der Vogelarten Ersatzlebensräume.
Andere Arten litten stark unter Landwirtschaft, Zersiedelung und
Versiegelung von Flächen.
Die Ornithologen beobachten nach
Darstellung des Präsidenten zunehmend auch Reaktionen der
Vögel auf Klimaveränderungen. Bestimmte Arten wie etwa
Zaunkönige und Mehlschwalben kämen etwa zwei bis drei
Wochen früher als noch vor 40 Jahren aus ihren Winterquartieren
zurück. Eine Verschiebung der Winterquartiere nach Norden
sei ebenso zu beobachten.
«Vögel sind ausgezeichnete
Bio- Indikatoren», sagte Bairlein. Über lange Beobachtungsreihen
könne die Ornithologie wertvolle Erkenntnisse für den
Umbau in der gesamten Natur liefern.
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