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Bericht zum Zustand der Natur
2002:
Wanderfalke und Fischotter geht es besser
In Rhein und Elbe sind viele
früher dort beheimate Fischarten zurückgekehrt. Auch
den in Deutschland lange Zeit vom Aussterben bedrohten Wanderfalken
und Fischottern geht es wieder deutlich besser.
Bonn (dpa) - Dies geht aus dem
Bericht zum Zustand der Natur 2002 hervor, der am Dienstag in
Bonn von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
und dem Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz
(BfN), Hartmut Vogtmann, vorgestellt wurde. Trotz solcher Teilerfolge
könne für die Gefährdung von Arten und Lebensräumen
insgesamt aber noch keine Entwarnung gegeben werden, betonten
Trittin und Vogtmann.
Im Rhein können heute laut
Bericht bis auf zwei - den Atlantischen Stör und den Strömer
- alle früher verzeichneten Fischarten wieder nachgewiesen
werden. Auch die Fischfauna der oberen Elbe erholte sich durch
die Verbesserung der Wasserqualität und neue Fischtreppen
deutlich. Die Zahl der Arten stieg dort von 1993 bis 1999 von
19 auf 36 an. Die Auswirkungen des jüngsten Hochwassers sind
allerdings noch nicht bekannt.
Der Wanderfalke hat wieder Bestandsdichten
des Jahres 1950 erreicht. Zu diesem Erfolg beigetragen haben den
Angaben zufolge das Verbot chlorierter Kohlenwasserstoffe wie
dem Insektengift DDT sowie Schutzbemühungen und Auswilderungsmaßnahmen
in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen,
Thüringen und Saarland. Vor zehn Jahren war der Fischotter
in Niedersachsen noch vom Aussterben bedroht. Inzwischen kommt
er dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen wieder in allen geeigneten
Lebensräumen vor.
Etwa ein Drittel (36 Prozent)
von rund 16.000 Tierarten auf der Roten Liste gelten laut Bericht
als bestandsgefährdet. 3 Prozent gelten als ausgestorben
oder verschollen. Ähnlich ist die Situation bei den Pflanzen,
wo rund 29 Prozent von 14.000 bewerteten Arten bestandsgefährdet
und 4 Prozent ausgestorben oder verschollen sind. Damit hat sich
die Gesamtlage seit der vorigen Datenerhebung vor drei Jahren
nicht wesentlich geändert.
Durch die Anstrengungen von Bund
und Ländern gebe es aber sichtbare Erfolg beim Naturschutz,
sagte Trittin. «Mit der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes
haben wir einen mehr als 20 Jahre dauernden Reformstau aufgelöst.»
Es müsse aber auch weiter naturgerecht gehandelt werden,
da eine Reihe von Gefährdungen für Natur und Landschaft
fortbestünden.
«Es hat sich gezeigt, dass
durch Engagement negative Entwicklungstrends gestoppt und sogar
umgekehrt werden können», betonte Vogtmann. Deutlich
werde der Handlungsbedarf bei den Lebensräumen. Von den in
Deutschland existierenden rund 500 Biotoptypen seien mehr als
zwei Drittel gefährdet.
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