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- 17.09.2002 -

 

 

 

 

 


 

Bericht zum Zustand der Natur 2002:

Wanderfalke und Fischotter geht es besser

In Rhein und Elbe sind viele früher dort beheimate Fischarten zurückgekehrt. Auch den in Deutschland lange Zeit vom Aussterben bedrohten Wanderfalken und Fischottern geht es wieder deutlich besser.

Bonn (dpa) - Dies geht aus dem Bericht zum Zustand der Natur 2002 hervor, der am Dienstag in Bonn von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und dem Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Hartmut Vogtmann, vorgestellt wurde. Trotz solcher Teilerfolge könne für die Gefährdung von Arten und Lebensräumen insgesamt aber noch keine Entwarnung gegeben werden, betonten Trittin und Vogtmann.

Im Rhein können heute laut Bericht bis auf zwei - den Atlantischen Stör und den Strömer - alle früher verzeichneten Fischarten wieder nachgewiesen werden. Auch die Fischfauna der oberen Elbe erholte sich durch die Verbesserung der Wasserqualität und neue Fischtreppen deutlich. Die Zahl der Arten stieg dort von 1993 bis 1999 von 19 auf 36 an. Die Auswirkungen des jüngsten Hochwassers sind allerdings noch nicht bekannt.

Der Wanderfalke hat wieder Bestandsdichten des Jahres 1950 erreicht. Zu diesem Erfolg beigetragen haben den Angaben zufolge das Verbot chlorierter Kohlenwasserstoffe wie dem Insektengift DDT sowie Schutzbemühungen und Auswilderungsmaßnahmen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Saarland. Vor zehn Jahren war der Fischotter in Niedersachsen noch vom Aussterben bedroht. Inzwischen kommt er dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen wieder in allen geeigneten Lebensräumen vor.

Etwa ein Drittel (36 Prozent) von rund 16.000 Tierarten auf der Roten Liste gelten laut Bericht als bestandsgefährdet. 3 Prozent gelten als ausgestorben oder verschollen. Ähnlich ist die Situation bei den Pflanzen, wo rund 29 Prozent von 14.000 bewerteten Arten bestandsgefährdet und 4 Prozent ausgestorben oder verschollen sind. Damit hat sich die Gesamtlage seit der vorigen Datenerhebung vor drei Jahren nicht wesentlich geändert.

Durch die Anstrengungen von Bund und Ländern gebe es aber sichtbare Erfolg beim Naturschutz, sagte Trittin. «Mit der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes haben wir einen mehr als 20 Jahre dauernden Reformstau aufgelöst.» Es müsse aber auch weiter naturgerecht gehandelt werden, da eine Reihe von Gefährdungen für Natur und Landschaft fortbestünden.

«Es hat sich gezeigt, dass durch Engagement negative Entwicklungstrends gestoppt und sogar umgekehrt werden können», betonte Vogtmann. Deutlich werde der Handlungsbedarf bei den Lebensräumen. Von den in Deutschland existierenden rund 500 Biotoptypen seien mehr als zwei Drittel gefährdet.

 


© ArtToday

Wanderfalke
(Falco peregrinus)

 Mehr Informationen:

Bundesumwelt- ministerium

Bundesamt für Naturschutz

vista verde: Artenschutz

 

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