Prinz Charles appelliert:
Albatrosse vor dem Aussterben retten
Der britische Thronfolger Prinz Charles hat an die weltweite Staatengemeinschaft appelliert, die vom Aussterben bedrohten Albatrosse und Sturmvögel zu retten.
Diese Botschaft sandte Charles am Dienstag an die UN-Konferenz zu Erhaltung wandernder wilder Tierarten in Bonn. Auf der einwöchigen Konferenz, die an diesem Mittwoch beginnt, werden Regierungsvertreter aus rund 100 Ländern über den Schutz zunehmend gefährdeter und stark dezimierter Tierarten wie Wale, Seekühe, Wildkamele, Antilopen sowie verschiedener Vogelarten beraten.
Grundlage der Beratungen und Beschlüsse ist die UN-Konvention zur Erhaltung frei lebender und umherziehender Tierarten (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS). Auf der Tagesordnung steht die Prüfung von insgesamt 36 Anträgen zur Neuaufnahme bedrohter Tierarten in die Listen zum Schutz und zur Erhaltung ihrer Lebensräume und Wanderwege über nationale Grenzen hinaus. Auch neuere Gefahren durch Überfischung und Beifang, Ölverschmutzungen, Schiffsverkehr, Offshore-Windparks, Mobilfunksendemasten und der Massentod von Zugvögeln auf unisolierten Stromleitungen werden erörtert.
Prinz Charles rief alle Staaten auf, ein neues CMS-Abkommen zum Schutz von Albatrossen und Sturmvögeln zu unterzeichnen, das im nächsten Jahr in Kraft treten soll. Für die Albatrosse seien vor allem die von Fischern über der Meeresoberfläche ausgeworfenen langen Fangleinen mit Widerhaken und Ködern zu einer Todesfalle geworden, erläuterte CMS-Chef Arnulf Müller-Helmbrecht. «Die meisten Albatross- Arten sind dadurch vom Aussterben bedroht.» Die tödliche Fangleinenfischerei werde hauptsächlich von Fischern aus Japan, Südkorea und Taiwan praktiziert. Dabei gebe es eine Technik, die Leinen direkt unter Waser zu drücken, sagte Müller-Helmbrecht.
Schutzgebiet für Wale heftig umstritten
Heftig umstritten dürfte in Bonn insbesondere der Antrag Australiens sein, ein Schutzgebiet für Wale im Südpazifik einzurichten. Bei der Internationalen Walfangkommission hatte sich Australien damit bisher nicht durchsetzen können, weil es auf harte wirtschaftliche Interessen vor allem der Japaner und Norweger beim kommerziellen Walfang stieß. «Die Konvention könnte ein Ausweg sein», meinte Müller-Helmbrecht.
Die 1979 in Bonn geschlossene Konvention sei trotz aller Probleme ein Erfolg und ein nützliches Instrument, betonte Müller-Helmbrecht. Inzwischen sind ihr 80 Staaten beigetreten. 85 wild lebende Tierarten genießen bereits strengen Schutz, darunter einige große Wale, Delfine, Mönchsrobben und Seekühe, Fledermäuse, Schneeleoparden, Berggorillas, Meeresschildkröten, Fledermäuse, Pinguine, Antilopen- und Gazellenarten und viele Vogelarten wie Flamingos, Kraniche, Störche und Seeadler.