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Verhaltensbiologie:
Lehren und lernen unter Hennen
Dummes Huhn? Von wegen. Offenbar
findet auch unter Hühnern die gezielte Weitergabe von Wissen
statt. Bisher haben Biologen dies nur den Primaten zugetraut.
(jkm) - Viele Tiere lernen durch
Beobachtung und Nachahmung von ihren Artgenossen. Dass sich Tiere
untereinander gegenseitig Verhaltensweisen lehren können,
haben die Biologen bisher nur den Primaten zugetraut. Doch offenbar
findet auch unter Hühnern die gezielte Weitergabe von Wissen
statt. Davon berichtet jetzt die britische Biologin Christine
Nicol von der Universität Bristol.
"Viele Hühnerhalter
haben an ihren Tieren schon beobachtet, dass Hennen auf einmal
ihr Verhalten ändern können", weiß Nicol
zu berichten, "doch wissen die Halter meist nicht, ob sich
die Tiere das Verhalten selbst beigebracht haben oder angelernt
worden sind. Wir haben herausgefunden, dass Hennen tatsächlich
viel Erfahrung im Lehren und Lernen besitzen."
Nicol beobachtete, wie Hühner
Informationen austauschen, neues Verhalten erlernen und auf Fehler
ihrer Artgenossen reagieren. Demnach lernen unerfahrene Hennen
um so besser, je mehr Zeit sie mit einem vorbildhaften Huhn verbringen.
Hennen lernen eher von Hennen als von Hähnen.
Die besten Lehrerinnen sind laut
Nicol jene Muttertiere, die in der Rangordnung ganz oben stehen.
Sie sorgen für Ordnung in ihrer Gruppe und reagieren korrigierend
auf die Fehler untergeordneter Mitglieder.
Nicol will mit ihren Beobachtungen
klären, wie stark sich das soziale Lernen auf das Wohlergehen
einer ganzen Hühnerschar auswirkt. Das Lernverhalten könnte
beispielsweise bedeutsam sein, wenn eine Gruppe von Hühnern
an neues Futter gewöhtn werden soll oder Verhaltensstörungen
wie das Federnpicken auftreten.
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