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Mythos: Riesenhaie halten keinen Winterschlaf
Ein 50 Jahre alter Mythos hat
ausgedient: Riesenhaie halten keinen "Winterschlaf"
am Meeresgrund. Per Satellitenüberwachung konnte ein britischer
Meeresbiologe jetzt nachweisen, dass die Tiere vielmehr ruhelos
umherstreifen.
(jkm) - Riesenhaie (Cetorhinus
maximus) werden über 10 Meter lang und sind damit die zweitgrößte
Fischart überhaupt. Die harmlosen Tiere ziehen mit weit geöffnetem
Maul durch das Meer, um mit ihren Kiemenreusen Plankton aus dem
Wasser zu filtern.
Wenn die kalte Jahreszeit kommt
und das Nahrungsangebot abnimmt, verlassen die Tiere ihre Sommerreviere.
Einige Experten vermuteten, die Haie könnten sich zum Meeresgrund
absinken lassen und dort eine Art Winterruhe halten.
Im Rahmen eines auf drei Jahre
ausgelegten Projektes markierten David Sims von der Marine Biological
Association, Plymouth, und seine Kollegen insgesamt 21 Riesenhaie
mit Satellitensendern. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen,
zeigen aber schon jetzt Erstaunliches.
Demnach warten die Tiere nicht
etwa ruhig die nächste Planktonblüte ab, sondern sind
im Gegenteil rastlos unterwegs auf der Suche nach Nahrung, berichtet
der Forscher auf dem "Festival of Science" der British
Association.
Ein im Englischen Kanal markiertes
Tier sei beispielsweise in nur 76 Tagen westlich an Irland vorbei
zu den Hebriden geschwommen, sagte Sims auf dem Wissenschaftsfestival
an der Universität Leicester. Ein anderes sei zwischenzeitlich
bis auf eine Tiefe von 750 Metern abgetaucht - deutlich mehr,
als man der Art zugetraut hatte.
"Sie folgen dem Plankton
sowohl räumlich als auch zeitlich", so der Forscher
gegenüber der BBC, "beim Durchkämmen der Wassersäule
sind sie unglaublich aktiv."
Sims und seine Kollegen hoffen,
dass die neuen Erkenntnisse zum Schutz der imposanten Riesen beitragen.
Zwar sei die Art in einer 20-Kilometer-Zone entlang der britischen
Küste geschützt. Jetzt sei jedoch klar, dass ein effektives
Schutzgebiet deutlich größer sein müsse.
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