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USA: Feuerameisen verlieren ihren Biss
Vor rund 70 Jahren tauchten
erstmals aggressive Feuerameisen im Süden der USA auf - mit
schmerzhaften Folgen für Landwirte, Naturliebhaber und die
einheimische Fauna. Doch mittlerweile scheint das ökologische
Pendel seine Schwungrichtung umgekehrt zu haben. Die Gründe
dafür sind jedoch rätselhaft.
(jkm) - Dank menschlicher Hilfe
haben sich die aus Südamerika stammenden Feuerameisen in
der Vergangenheit stark ausgebreitet. Vor allem im Süden
der USA ist die aggressive Rote Feuerameise (Solenopsis invicta)
auch zu einem ökonomischen Problem geworden - allein in Texas
wird der von ihr angerichtete Schaden für die Landwirtschaft
und in elektrischen Anlagen auf jährlich über 300 Millionen
Dollar geschätzt. Trotz aller Bekämpfungsversuche schien
die Art ihren Namen "die Unbesiegbare" zu Recht zu tragen.
Noch im Jahr 1990 hatte eine Studie
gezeigt, wie sehr die texanische Insektenfauna unter der Invasion
litt. Die Zahl der einheimischen Ameisenarten war demnach um 70
Prozent, die der Ameisenpopulationen gar um 90 Prozent gesunken.
Andere Gliederfüßer-Populationen waren um 75 Prozent
zurückgegangen.
Der Biologe Lloyd Morrison von
der University of Texas, Austin, wiederholte die Studie nun mit
den gleichen Methoden und auf derselben Untersuchungsfläche.
Wie der Forscher im Fachblatt "Ecology" berichtet, ist
die Feuerameise dort nach wie vor die häufigste Ameisenart.
Mittlerweile ist die Artenzahl der einheimischen Gliederfüßer
jedoch wieder auf ähnliche Werte wie vor der Invasion gestiegen
und auch die Populationsgrößen scheinen sich rapide
zu erholen.
"Diese Resultate zeigen,
dass der Einfluss solch invasiver Ameisen während und kurz
nach der ersten Invasionsphase am stärksten ist", schreibt
der Forscher. Die Erklärungsmöglichkeiten seien vielfältig.
Beispielsweise könne ein kürzlich aus Südamerika
eingeschleppter Parasit die Feuerameisen dezimiert haben.
Vielleicht hätten die Eindringlinge
aber auch das lokale Nahrungsangebot über Gebühr ausgebeutet.
Andere Forscher spekulieren, Insektizide, Besonderheiten im Fortpflanzungssystem
der Feuerameisen oder wissbegierige Insektenkundler seien für
die Schwächung der Invasoren verantwortlich.
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