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- 20.08.2002 -

 

 

 


 

USA: Feuerameisen verlieren ihren Biss

Vor rund 70 Jahren tauchten erstmals aggressive Feuerameisen im Süden der USA auf - mit schmerzhaften Folgen für Landwirte, Naturliebhaber und die einheimische Fauna. Doch mittlerweile scheint das ökologische Pendel seine Schwungrichtung umgekehrt zu haben. Die Gründe dafür sind jedoch rätselhaft.

(jkm) - Dank menschlicher Hilfe haben sich die aus Südamerika stammenden Feuerameisen in der Vergangenheit stark ausgebreitet. Vor allem im Süden der USA ist die aggressive Rote Feuerameise (Solenopsis invicta) auch zu einem ökonomischen Problem geworden - allein in Texas wird der von ihr angerichtete Schaden für die Landwirtschaft und in elektrischen Anlagen auf jährlich über 300 Millionen Dollar geschätzt. Trotz aller Bekämpfungsversuche schien die Art ihren Namen "die Unbesiegbare" zu Recht zu tragen.

Noch im Jahr 1990 hatte eine Studie gezeigt, wie sehr die texanische Insektenfauna unter der Invasion litt. Die Zahl der einheimischen Ameisenarten war demnach um 70 Prozent, die der Ameisenpopulationen gar um 90 Prozent gesunken. Andere Gliederfüßer-Populationen waren um 75 Prozent zurückgegangen.

Der Biologe Lloyd Morrison von der University of Texas, Austin, wiederholte die Studie nun mit den gleichen Methoden und auf derselben Untersuchungsfläche. Wie der Forscher im Fachblatt "Ecology" berichtet, ist die Feuerameise dort nach wie vor die häufigste Ameisenart. Mittlerweile ist die Artenzahl der einheimischen Gliederfüßer jedoch wieder auf ähnliche Werte wie vor der Invasion gestiegen und auch die Populationsgrößen scheinen sich rapide zu erholen.

"Diese Resultate zeigen, dass der Einfluss solch invasiver Ameisen während und kurz nach der ersten Invasionsphase am stärksten ist", schreibt der Forscher. Die Erklärungsmöglichkeiten seien vielfältig. Beispielsweise könne ein kürzlich aus Südamerika eingeschleppter Parasit die Feuerameisen dezimiert haben.

Vielleicht hätten die Eindringlinge aber auch das lokale Nahrungsangebot über Gebühr ausgebeutet. Andere Forscher spekulieren, Insektizide, Besonderheiten im Fortpflanzungssystem der Feuerameisen oder wissbegierige Insektenkundler seien für die Schwächung der Invasoren verantwortlich.

 


© ArtToday

Rote Feuerameisen

 Mehr Informationen:

Texas Imported Fire Ant Research & Management Plan

NZZ Folio: Die Rote Feuerameise

vista verde: Invasive Arten

 

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