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Tamarisken: Kreuzung machte Gehölz
zur Plage
Ein nach Nordamerika importiertes
Gehölz breitet sich in raschem Tempo aus: Die so genannte
Salzzeder, eine besonders genügsame und salzresistente Vertreterin
der Tamarisken, erobert sich Steppenlandschaften und Uferzonen.
(jkm) - Im Südwesten der
USA sind bereits riesige Monokulturen des Gehölzes entstanden,
weil die Tamarisken starke Pfahlwurzeln besitzen, mit denen sie
ihren Konkurrenten im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgraben.
Barbara Schaal und John Gaskin
von der Universität Washington haben jetzt das Erbgut der
Salzzedern unter die Lupe genommen. Zuvor hatten Biologen festgestellt,
dass selbst asiatische Insekten, die sich eigentlich von Tamarisken
ernähren, die Ausbreitung der pflanzlichen Plagegeister nicht
stoppen können.
Schaal und Gaskin ermittelten
durch Gen-Vergleiche, dass es sich bei den in den USA erfolgreichen
Tamarisken um eine Kreuzung zweier Arten handelt, die ursprünglich
in China weit von einander entfernt lebten. Es handle sich bei
der Kreuzung um einen neuen Genotyp, schreibt das Forscherduo
in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".
Die anspruchslosen Tamarisken
waren im 19. Jahrhundert in die USA importiert worden, um der
Bodenerosion in besonders trockenen Regionen vorzubeugen. Im neuen
Lebensraum hätten sich versehentlich die beiden Arten Tamarix
ramosissima und Tamarix chinensis gekreuzt, sagen die Forscher.
Die Kreuzung ist mittlerweile so dominant, dass sie andere Pflanzen
verdrängt und sich jährlich 18.000 Hektar Fläche
erobert.
Wo das Gehölz auftaucht,
bedroht es Flora und Fauna: Die Salzzedern sondern mit ihren Blättern
das aus dem Boden aufgenommene Salz wieder ab. Die Böden
versalzen so schon an ihren Oberflächen, was konkurrierende
Pflanzen sterben lässt und den Lebensraum für Vögel
und Insekten einschränkt. Die Identifizierung der ursprünglichen
Tamarix-Arten soll jetzt helfen, neue potenzielle Fressfeinde
der Salzzedern zu ermitteln.
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