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- 14.08.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

Tamarisken: Kreuzung machte Gehölz zur Plage

Ein nach Nordamerika importiertes Gehölz breitet sich in raschem Tempo aus: Die so genannte Salzzeder, eine besonders genügsame und salzresistente Vertreterin der Tamarisken, erobert sich Steppenlandschaften und Uferzonen.

(jkm) - Im Südwesten der USA sind bereits riesige Monokulturen des Gehölzes entstanden, weil die Tamarisken starke Pfahlwurzeln besitzen, mit denen sie ihren Konkurrenten im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgraben.

Barbara Schaal und John Gaskin von der Universität Washington haben jetzt das Erbgut der Salzzedern unter die Lupe genommen. Zuvor hatten Biologen festgestellt, dass selbst asiatische Insekten, die sich eigentlich von Tamarisken ernähren, die Ausbreitung der pflanzlichen Plagegeister nicht stoppen können.

Schaal und Gaskin ermittelten durch Gen-Vergleiche, dass es sich bei den in den USA erfolgreichen Tamarisken um eine Kreuzung zweier Arten handelt, die ursprünglich in China weit von einander entfernt lebten. Es handle sich bei der Kreuzung um einen neuen Genotyp, schreibt das Forscherduo in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Die anspruchslosen Tamarisken waren im 19. Jahrhundert in die USA importiert worden, um der Bodenerosion in besonders trockenen Regionen vorzubeugen. Im neuen Lebensraum hätten sich versehentlich die beiden Arten Tamarix ramosissima und Tamarix chinensis gekreuzt, sagen die Forscher. Die Kreuzung ist mittlerweile so dominant, dass sie andere Pflanzen verdrängt und sich jährlich 18.000 Hektar Fläche erobert.

Wo das Gehölz auftaucht, bedroht es Flora und Fauna: Die Salzzedern sondern mit ihren Blättern das aus dem Boden aufgenommene Salz wieder ab. Die Böden versalzen so schon an ihren Oberflächen, was konkurrierende Pflanzen sterben lässt und den Lebensraum für Vögel und Insekten einschränkt. Die Identifizierung der ursprünglichen Tamarix-Arten soll jetzt helfen, neue potenzielle Fressfeinde der Salzzedern zu ermitteln.

 


© ArtToday

Die anspruchslosen Tamarisken (Bild: Tamarix ramosissima) waren im 19. Jahrhundert in die USA importiert worden, um der Bodenerosion in besonders trockenen Regionen vorzubeugen.


 Mehr Informationen:

Proceedings of the National Academy of Sciences (Abstract)

Hintergründe zu den Tamarix-Gewächsen

vista verde: Neozoen

 

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