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- 08.08.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Studie: Naturschutz zahlt sich aus

Naturschutz zahlt sich aus - und zwar in Milliardenhöhe. Ein internationales Team von Umweltforschern und Wirtschaftswissenschaftlern errechnete ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:100.

(jkm) - Kurz vor dem Beginn der UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg am 26. August führen amerikanische und britische Forscher im Magazin "Science" ökonomische Argumente für eine schonende Nutzung der Natur an.

Ein globales Schutzprogramm zu Land und zu Wasser koste jährlich etwa 45 Milliarden US-Dollar, so die Forscher. Den Nutzen schätzen sie dagegen auf bis zu 5.200 Milliarden Dollar pro Jahr.

Andrew Balmford von der Universität Cambridge und 18 weitere Naturschützer, Biologen und Wirtschaftswissenschaftler begutachteten mehr als 300 Fallstudien über den ökonomischen Wert verschiedener Landnutzungsformen.

Zu ihrer Überraschung fanden sie, dass nur fünf Arbeiten neben den wichtigsten Marktgütern auch nicht-vermarktete "Dienstleistungen" wie Erosionsschutz oder Kohlenstoffbilanz erfassten.

Bilanz spricht stets für schonende Nutzung

Von tropischen Wäldern in Kamerun über kanadische Feuchtgebiete bis zu Korallenriffen auf den Philippinen kamen jedoch alle Arbeiten zu ähnlichen Ergebnissen. Demnach können sich Landumwandlung und intensive Nutzung auf der privaten Ebene durchaus lohnen. Bezieht man jedoch auch soziale und globale Faktoren in die Rechnung mit ein, spricht die Bilanz stets für eine schonende Nutzung.

Beispiel: Mangrovenwälder

Für den Privatmann lohne sich beispielsweise die Umwandlung thailändischer Mangrovenwälder in Shrimp-Zuchten, erläutern die Forscher. Auch auf globaler Ebene - etwa bei der jährlich gebundenen Kohlenstoffmenge - erschienen die beiden Alternativen gleichwertig.

Intakte Mangrovenwälder lieferten jedoch Holz, seien Kinderstube für kommerziell genutzte Hochseefische und schützten vor Stürmen. Langfristig gerechnet ergebe sich so ein deutlich höherer "Gewinn" bei schonender Nutzung.

Mangelnde Information und Marktversagen

Balmford und seine Kollegen schätzen, dass aufgrund der Umwandlung natürlicher Landschaftssysteme die "laufenden Kosten" der Menschheit jährlich um etwa 250 Milliarden Dollar steigen.

Drei Faktoren sind ihrer Ansicht nach dafür verantwortlich, dass diese ökonomisch widersinnige Praxis dennoch fortgeführt wird: Mangelnde Information über Kosten und Nutzen, ein Versagen des Marktes bei der Bewertung aller durch die Natur erbrachten "Dienstleistungen" und eine übermäßige Betonung des privaten Ertrags, etwa durch Subventionen.

Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:100

"Global gesehen, belaufen sich die sowohl ökonomisch als auch ökologisch perversen Subventionen auf jährlich 950 bis 1.950 Milliarden US-Dollar", schreiben die Forscher. Weniger als 5 Prozent dieser Summe reiche, um ein effektives Netz von Schutzgebieten auf dem Land und im Meer einzurichten.

Je nach Nutzung der Reservate könnten diese pro Jahr Waren und "Dienstleistungen" im Wert von 4.400 bis 5.200 Milliarden Dollar erbringen - ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:100.

 


© ArtToday

Ob Mangroven, ...


© ArtToday

... Korallenriffe oder ...


© ArtToday

... Regenwald: der wirtschaftliche Vorteil unberührter Ökosysteme ist hoch.

 

 Mehr Informationen:

«Science»

vista verde: Artenschutz

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