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Studie: Naturschutz zahlt sich aus
Naturschutz zahlt sich aus
- und zwar in Milliardenhöhe. Ein internationales Team von
Umweltforschern und Wirtschaftswissenschaftlern errechnete ein
Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:100.
(jkm) - Kurz vor dem Beginn der
UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg
am 26. August führen amerikanische und britische Forscher
im Magazin "Science" ökonomische Argumente für
eine schonende Nutzung der Natur an.
Ein globales Schutzprogramm zu
Land und zu Wasser koste jährlich etwa 45 Milliarden US-Dollar,
so die Forscher. Den Nutzen schätzen sie dagegen auf bis
zu 5.200 Milliarden Dollar pro Jahr.
Andrew Balmford von der Universität
Cambridge und 18 weitere Naturschützer, Biologen und Wirtschaftswissenschaftler
begutachteten mehr als 300 Fallstudien über den ökonomischen
Wert verschiedener Landnutzungsformen.
Zu ihrer Überraschung fanden
sie, dass nur fünf Arbeiten neben den wichtigsten Marktgütern
auch nicht-vermarktete "Dienstleistungen" wie Erosionsschutz
oder Kohlenstoffbilanz erfassten.
Bilanz spricht stets für
schonende Nutzung
Von tropischen Wäldern in
Kamerun über kanadische Feuchtgebiete bis zu Korallenriffen
auf den Philippinen kamen jedoch alle Arbeiten zu ähnlichen
Ergebnissen. Demnach können sich Landumwandlung und intensive
Nutzung auf der privaten Ebene durchaus lohnen. Bezieht man jedoch
auch soziale und globale Faktoren in die Rechnung mit ein, spricht
die Bilanz stets für eine schonende Nutzung.
Beispiel: Mangrovenwälder
Für den Privatmann lohne
sich beispielsweise die Umwandlung thailändischer Mangrovenwälder
in Shrimp-Zuchten, erläutern die Forscher. Auch auf globaler
Ebene - etwa bei der jährlich gebundenen Kohlenstoffmenge
- erschienen die beiden Alternativen gleichwertig.
Intakte Mangrovenwälder lieferten
jedoch Holz, seien Kinderstube für kommerziell genutzte Hochseefische
und schützten vor Stürmen. Langfristig gerechnet ergebe
sich so ein deutlich höherer "Gewinn" bei schonender
Nutzung.
Mangelnde Information und Marktversagen
Balmford und seine Kollegen schätzen,
dass aufgrund der Umwandlung natürlicher Landschaftssysteme
die "laufenden Kosten" der Menschheit jährlich
um etwa 250 Milliarden Dollar steigen.
Drei Faktoren sind ihrer Ansicht
nach dafür verantwortlich, dass diese ökonomisch widersinnige
Praxis dennoch fortgeführt wird: Mangelnde Information über
Kosten und Nutzen, ein Versagen des Marktes bei der Bewertung
aller durch die Natur erbrachten "Dienstleistungen"
und eine übermäßige Betonung des privaten Ertrags,
etwa durch Subventionen.
Kosten-Nutzen-Verhältnis
von 1:100
"Global gesehen, belaufen
sich die sowohl ökonomisch als auch ökologisch perversen
Subventionen auf jährlich 950 bis 1.950 Milliarden US-Dollar",
schreiben die Forscher. Weniger als 5 Prozent dieser Summe reiche,
um ein effektives Netz von Schutzgebieten auf dem Land und im
Meer einzurichten.
Je nach Nutzung der Reservate
könnten diese pro Jahr Waren und "Dienstleistungen"
im Wert von 4.400 bis 5.200 Milliarden Dollar erbringen - ein
Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:100.
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