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Südostasien: Größtes
Naturschutzgebiet beschlossen
In Kambodscha wird das größte
noch ursprünglich erhaltene Waldgebiet Südostasiens
unter Naturschutz gestellt. In dem Gebiet, das fast eine Million
Hektar umfasst, leben zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tiere.
(jkm) - Die kambodschanische Regierung
gab bekannt, das Schutzgebiet umfasse 402.000 Hektar Waldfläche
im Kardamomgebirge im Südwesten des Landes. Dort sind praktisch
alle größeren Säugetiere Kambodschas zu Hause,
darüber hinaus beherbergt die Region die Hälfte aller
heimischen Vögel, Reptilien und Amphibien. Flankiert wird
das Gebiet durch zwei weitere Schutzzonen, sodass künftig
rund 990.000 Hektar Fläche unter Naturschutz stehen.
Im Kardamomgebirge leben zahlreiche
vom Aussterben bedrohte Tiere, darunter der Indochinesische Tiger
(Panthera tigris corbetti), der Asiatische Elefant (Elephas maximus)
und der Malaienbär (Helarctos malayanus). Der Zugang in die
Region war seit der Terrorherrschaft der Rotem Khmer Mitte der
70er Jahre lange Zeit versperrt. Noch bis 1998 diente das Kardamomgebirge
den letzten Khmer als Rückzugsgebiet. Die politisch unruhigen
Jahrzehnte kamen der Tierwelt offenbar zugute: Weil ein Großteil
der Einwohner floh, blieb der Wald von Rodungen und Jagden nahezu
verschont.
Für den Erhalt dieses Zustandes
setzten sich die Naturschutzorganisation "Conservation International",
die Vereinten Nationen sowie die staatliche amerikanische Entwicklungsagentur
USAid ein. Sie konnten die kambodschanische Regierung davon überzeugen,
dass die Gebirgsregion von der Forstwirtschaft verschont bleiben
sollte. Mit finanzieller Hilfe der Organisationen sollen unter
anderem die ursprünglichen Flussläufe wiederhergestellt
werden.
Weil einige der größten
Flüsse Kambodschas durch das Naturschutzgebiet verlaufen,
könnte dieses als eine Art natürliches Rückhaltebecken
bei Überschwemmungen dienen. Erst im Herbst 2000 hatte Kambodscha
die größte Hochwasserkatastrophe Südostasiens
seit über zwanzig Jahre erlebt. 20 von 23 Provinzen waren
betroffen, über zwei Millionen Menschen mussten fliehen,
auf mehr als 300.000 Hektar ging der größte Teil der
Reisernte verloren.
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