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- 31.07.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

Südostasien: Größtes Naturschutzgebiet beschlossen

In Kambodscha wird das größte noch ursprünglich erhaltene Waldgebiet Südostasiens unter Naturschutz gestellt. In dem Gebiet, das fast eine Million Hektar umfasst, leben zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tiere.

(jkm) - Die kambodschanische Regierung gab bekannt, das Schutzgebiet umfasse 402.000 Hektar Waldfläche im Kardamomgebirge im Südwesten des Landes. Dort sind praktisch alle größeren Säugetiere Kambodschas zu Hause, darüber hinaus beherbergt die Region die Hälfte aller heimischen Vögel, Reptilien und Amphibien. Flankiert wird das Gebiet durch zwei weitere Schutzzonen, sodass künftig rund 990.000 Hektar Fläche unter Naturschutz stehen.

Im Kardamomgebirge leben zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tiere, darunter der Indochinesische Tiger (Panthera tigris corbetti), der Asiatische Elefant (Elephas maximus) und der Malaienbär (Helarctos malayanus). Der Zugang in die Region war seit der Terrorherrschaft der Rotem Khmer Mitte der 70er Jahre lange Zeit versperrt. Noch bis 1998 diente das Kardamomgebirge den letzten Khmer als Rückzugsgebiet. Die politisch unruhigen Jahrzehnte kamen der Tierwelt offenbar zugute: Weil ein Großteil der Einwohner floh, blieb der Wald von Rodungen und Jagden nahezu verschont.

Für den Erhalt dieses Zustandes setzten sich die Naturschutzorganisation "Conservation International", die Vereinten Nationen sowie die staatliche amerikanische Entwicklungsagentur USAid ein. Sie konnten die kambodschanische Regierung davon überzeugen, dass die Gebirgsregion von der Forstwirtschaft verschont bleiben sollte. Mit finanzieller Hilfe der Organisationen sollen unter anderem die ursprünglichen Flussläufe wiederhergestellt werden.

Weil einige der größten Flüsse Kambodschas durch das Naturschutzgebiet verlaufen, könnte dieses als eine Art natürliches Rückhaltebecken bei Überschwemmungen dienen. Erst im Herbst 2000 hatte Kambodscha die größte Hochwasserkatastrophe Südostasiens seit über zwanzig Jahre erlebt. 20 von 23 Provinzen waren betroffen, über zwei Millionen Menschen mussten fliehen, auf mehr als 300.000 Hektar ging der größte Teil der Reisernte verloren.


© ArtToday

Malaienbär
(Helarctos malayanus)

 Mehr Informationen:

Conservation International

Spiegel Almanach: Kambodscha

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