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- 30.07.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

Seehundstaupe: Tödliches Virus erreicht ostfriesische Küste

Das gefährliche Seehundstaupe-Virus hat die ostfriesische Küste erreicht und bereits erste Tiere getötet. Bislang waren rund 2000 Seehunde an den Küsten Skandinaviens und der Niederlande daran gestorben.

Oldenburg/Norddeich (dpa) - Eine Untersuchung des Instituts für Pathologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover habe den Verdacht bestätigt, dass die Seuche nun auch bis nach Deutschland gekommen sei, teilte das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) am Dienstag in Oldenburg mit. Fünf tote sowie zwei abgemagerte Seehunde mit entsprechenden Symptomen seien zur Seehundaufzuchtstation Norddeich (Kreis Aurich) gebracht worden.

Endgültige Gewissheit solle eine virologische Untersuchung bringen, sagte der Leiter der Aufzuchtstation, Peter Lienau. Mit den Ergebnissen sei Anfang kommender Woche zu rechnen.

Der zuständige Tierarzt im LAVES, Michael Stede, sagte: «Fünf der sieben Tiere haben eindeutige Symptome der Seehundstaupe.» Daran gebe es für ihn keinen Zweifel. Gefahr für die menschliche Gesundheit bestehe nicht. «Die beim Seehund bekannten vorkommenden Virusarten können sich nur in den Seehunden vermehren», sagte der Tierarzt.

Spaziergänger an der Küste sollten dennoch unbedingt Abstand zu den Tieren halten. Seehunde seien Wildtiere und setzten sich auch im geschwächten Zustand durch energische Bisse zur Wehr.

«Muttertiere können dem Staupevirus erliegen, und der gerade geborene Nachwuchs wird völlig schutzlos zurückbleiben», befürchtet Annette Bauermann, Wattenmeer-Expertin des World Wide Fund for Nature (WWF). Sie vermutet, dass die Schadstoffbelastung der Meere das Immunsystem und den Hormonhaushalt der Tiere störten. Dadurch könne sich das Virus schnell ausbreiten.

Die schleswig-holsteinische Nordseeküste ist nach Angaben des Nationalparkamts in Friedrichskoog bislang verschont geblieben. «Bisher ist kein einziger Fall bekannt geworden», sagte der stellvertretende Leiter des Nationalparkamtes, Helmut Grimm. Die Tiere würden laufend untersucht.

Bereits Mitte Mai war die Seuche im dänisch-schwedischen Kattegat ausgebrochen, wie bereits auch 1988. Damals starben allein im Wattenmeer rund 8600 Tiere. Das waren 60 Prozent der dort lebenden Seehunde. Insgesamt verendeten in der Nordsee und im Kattegat sowie im Skagerrak etwa 18.000.


© ArtToday

Maßnahmen gegen das Seehundsterben können nicht getroffen werden, da eine flächendeckende Impfung der Seehunde nicht möglich ist.

 Mehr Informationen:

Seehundaufzuchtstation Norddeich

Nationalpark-Schleswig- Holsteinisches Wattenmeer

InfoNet-Umwelt Schleswig-Holstein

WWF

seehund.de

vista verde: Meeressäuger

 

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