vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   T i e r e

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 30.07.2002 -

 

 


 

Australien: Erste Erfolge gegen Feuerameisen

Die australischen Behörden vermelden einen ersten Erfolg im Kampf gegen die aggressiven Feuerameisen. Mit Hilfe einer Art chemischer "Geburtenkontrolle" konnten innerhalb weniger Monate rund 90 Prozent aller bekannten Kolonien ausradiert werden. Besonders ermutigend ist, dass einheimische Ameisen die leer stehenden Nester für sich entdecken.

(jkm) - "Der Effekt ist wirklich gut", so Cas Vanderwoude vom Fire Ant Control Centre in Oxley, Queenland, gegenüber dem australischen Sender ABC. Das größte Problem seien jedoch die verbliebenen Kolonien. "Wenn wir eine einzige übersehen, haben wir eine neue Plage."

Feuerameisen stammen ursprünglich aus Südamerika, haben sich in der Vergangenheit dank menschlicher Hilfe aber rapide ausgebreitet. Vor allem in den südlichen US-Bundesstaaten ist die aggressive Rote Feuerameise (Solenopsis invicta) zu einem ernsthaften Problem geworden.

Die Tiere führen zu Ernteeinbußen in der Landwirtschaft, dezimieren die einheimische Fauna, legen elektrische Anlagen lahm und fügen Menschen schmerzhafte Stichwunden zu. Allein in Texas wird der von den Feuerameisen angerichtete Schaden auf jährlich weit über 300 Millionen Dollar beziffert. Zwar gibt es zahlreiche Bekämpfungsprogramme, bislang hat die Art ihrem Namen "die Unbesiegbare" jedoch alle Ehre gemacht.

Im Februar diesen Jahres war die Rote Feuerameise erstmals auch in Australien gesichtet worden. Binnen sechs Monaten initiierten die Behörden ein Bekämpfungsprogramm, das über einen Zeitraum von fünf Jahren laufen soll. Insgesamt stehen 123 Millionen Australische Dollar (rund 68 Millionen Euro) zur Verfügung, um Wachstumshemmer gegen die Ameisen einzusetzen.

Die wachstumshemmenden Chemikalien werden mit Maismehl oder Sojaöl vermischt und in der Nähe der Nester ausgelegt. Arbeiterinnen tragen diese Köder zu ihrer Königin, die daraufhin nur noch Eier legt, die sich nicht mehr zum erwachsenen Tier entwickeln können. Die Kolonie stirbt schließlich aus.

Nach dem Ende des Sommers auf der Südhalbkugel ziehen die Wissenschaftler nun eine positive Bilanz. In neunzig Prozent der mindestens drei Mal behandelten Nester sei keinerlei Aktivität von Feuerameisen mehr festzustellen. Auch an weniger oft behandelten Stellen seien immerhin siebzig Prozent der Exoten getötet worden, so Keith McCubbin, Direktor des Fire Ant Control Centre.

Dagegen scheinen die in Australien heimischen Ameisenarten keinerlei Gefallen an den Ködern zu finden. "Eines der ermutigendsten Ergebnisse unserer Forschung ist, dass große Populationen einheimischer Ameisen zu jenen Orten zurückgekehrt sind, an denen die Feuerameisen ausgelöscht wurden."


© ArtToday

Rote Feuerameisen

 Mehr Informationen:

Fire Ant Control Center

ABC: Battle of the Ants

Texas Imported Fire Ant Research & Management Plan

NZZ Folio: Die Rote Feuerameise

vista verde: Invasive Arten

 

 Lesen Sie auch:

Argentinische Ameisen erobern Melbourne

USA: Feuerameisen verlieren ihren Biss

Argentinische Ameisen erobern Europa

Eingewanderte Arten: Wie Ameisen Echsen schaden

Insekten: Australien hat mehr

Weitere Meldungen zum Thema Artenvielfalt

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2002
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung