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Verhaltensbiologie entlarvt: Vogelhochzeit
hält nicht ewig
Auch wenn die Vogelhochzeit
sogar im Volkslied besungen wird - die monogame Harmonie dieser
Tiere ist eine Legende. Das ist nur eine der Wahrheiten, denen
Verhaltensbiologen mit neuen Forschungsmethoden auf die Spur gekommen
sind.
Münster (dpa) - «Seitdem
auch bei Singvögeln in der Biologie Vaterschaftstests gemacht
werden, wissen wir, dass es hier eine ganze Reihe Fremdbefruchtungen
gibt», erläuterte der Münsteraner Verhaltensforscher
und Präsident der Ethologischen Gesellschaft, Prof. Norbert
Sachser.
Ein weiterer langjähriger
Irrtum ist, dass ein Vogelweibchen bei der Partnerwahl passiv
dem Männchen zufällt, das im Kampf gegen Rivalen gewinnt,
sagte Sachser im Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur
(dpa) in Münster.
«Die eigentliche Partnerwahl
trifft wie in fast allen Belangen der Fortpflanzung das Weibchen»,
stellte der Wissenschaftler im Vorfeld der ersten Europäischen
Konferenz für Verhaltensbiologie vom 31. Juli bis 1. August
in Münster klar. Rund 400 Vertreter aller Europäischen
Fachgesellschaften erwarten Sachser und Mitorganisator Prof. Nico
Michiels.
Hauptthema dieser ersten der
künftig alle zwei Jahre geplanten Konferenz ist «Konflikt
und Konfliktbearbeitung», darunter neben den Geschlechterkonflikten
etwa der Zusammenhang zwischen Hormonen und Aggression oder die
laut Sachser bisher weitgehend vernachlässigte «Biologie
der Versöhnung».
Die Erkenntnisse rührten
zwar meist aus Untersuchungen der Tierwelt, seien aber in Ansätzen
und mit Abstrichen beim Menschen ähnlich. «Etwa die
erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen in der Auseinandersetzung,
die wir von der Maus kennen, trifft auch auf den Menschen zu»,
sagte Sachser.
Zudem seien einzelne der Tagungsbeiträge
konkret auf das menschliche Verhalten bezogen - etwa die Erforschung
des Konfliktpotenzials zwischen Polizisten und Hooligans.
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