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- 24.07.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

USA: Grizzlys brauchen gesetzlichen Schutz

Was Grizzlybären vor allem zum Überleben benötigen, sind möglichst wenige Menschen, haben Forscher entdeckt. Obwohl die Tiere immer weniger als menschenfressende Ungeheuer angesehen würden, seien sie auf gesetzlichen Schutz angewiesen.

(jkm) - David Mattson vom Geologischen Dienst der USA und sein Kollege Troy Merrill wollten herausfinden, was Grizzlybären (Ursus arctos horribilis) wirklich brauchen. Die Forscher bewerteten dazu eine Reihe von Faktoren wie Nahrungsangebot, Habitattyp und -größe, Landwirtschaft und menschliche Besiedlungsdichte und setzten sie in Beziehung zum Überleben von Grizzly-Populationen in verschiedenen Gebieten der USA seit 1850.

Es zeigte sich, dass lediglich drei Faktoren mit dem Überleben der Bären in Zusammenhang standen. Der erste ist das Vorhandensein von Weißbarkenkiefern (Pinus albicaulis), deren große fetthaltige Samen den Tieren als Nahrung dienen. Der zweite ist die Größe des Habitats - nach Ansicht der Forscher sollte einer Bärenpopulation eine zusammenhängende Fläche von mindestens 20.000 Quadratkilometer zur Verfügung stehen.

Der dritte Faktor ist die menschliche Bevölkerungsdichte. Bis 1970 hätten die Bären vor allem in solchen Gebieten mit weniger als 0,5 Menschen pro Quadratkilometer überlebt, schreiben die Forscher im Fachblatt "Conservation Biology".

Mattson und Merrill weisen darauf hin, dass diese drei Faktoren einen gemeinsamen Nenner haben: Den Menschen. Weißbarkenkiefern wüchsen überwiegend in großen Höhen, was für einen gewissen Abstand zu Dörfern oder Städten sorge. Und wo sich kaum Menschen aufhielten, stände den Tieren automatisch auch mehr Fläche zur Verfügung.

Dass die Tiere sich heute auch in Gebieten mit deutlich höheren Siedlungsdichten halten können, führen die Forscher auf den gesetzlichen Schutz und den Imagewandel zurück, den die Bären erfahren hätten. "Unsere Resultate zeigen, dass eine Veränderungen in Einstellung und Verhalten gegenüber den Grizzlys entscheidend für ihr Überleben seit 1970 waren."

Immer wieder flammen in den USA Diskussionen über das Gesetz zum Schutz bedrohter Arten (Endangered Species Act) auf. Während Naturschützer eine Verschärfung des Gesetzes fordern, sehen Verbände aus Landwirtschaft und Industrie ihre Interessen gefährdet.

Erst kürzlich hatte ein Ausschuss des Weißen Hauses einen Änderungsantrag akzeptiert, der auf die wissenschaftliche Basis von Schutzentscheidungen abzielt. Derzeit schreibt das Gesetz vor, dass im Falle ungenügender Informationen ein "vorsorglicher" Standpunkt eingenommen wird. Das soll sich zukünftig ändern, so die Befürworter des Antrags.

Mattson und Merrill sind jedoch überzeugt, dass diese Perspektive zumindest im Falle des Grizzly absolut berechtigt war. Ihre Resultate seien "direkte Belege für den dramatischen Nutzen von Schutzbemühungen, die durch Gesetze wie den U.S. Endangered Species Act getragen werden."

 Mehr Informationen:

U.S. Geological Survey

Society for Conservation Biology

Der Grizzly

The Endangered Species Act

National Endangered Species Act Reform Coalition

vista verde: Artenschutz

 

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