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USA: Grizzlys brauchen gesetzlichen
Schutz
Was Grizzlybären vor allem
zum Überleben benötigen, sind möglichst wenige
Menschen, haben Forscher entdeckt. Obwohl die Tiere immer weniger
als menschenfressende Ungeheuer angesehen würden, seien sie
auf gesetzlichen Schutz angewiesen.
(jkm) - David Mattson vom Geologischen
Dienst der USA und sein Kollege Troy Merrill wollten herausfinden,
was Grizzlybären (Ursus arctos horribilis) wirklich brauchen.
Die Forscher bewerteten dazu eine Reihe von Faktoren wie Nahrungsangebot,
Habitattyp und -größe, Landwirtschaft und menschliche
Besiedlungsdichte und setzten sie in Beziehung zum Überleben
von Grizzly-Populationen in verschiedenen Gebieten der USA seit
1850.
Es zeigte sich, dass lediglich
drei Faktoren mit dem Überleben der Bären in Zusammenhang
standen. Der erste ist das Vorhandensein von Weißbarkenkiefern
(Pinus albicaulis), deren große fetthaltige Samen den Tieren
als Nahrung dienen. Der zweite ist die Größe des Habitats
- nach Ansicht der Forscher sollte einer Bärenpopulation
eine zusammenhängende Fläche von mindestens 20.000 Quadratkilometer
zur Verfügung stehen.
Der dritte Faktor ist die menschliche
Bevölkerungsdichte. Bis 1970 hätten die Bären vor
allem in solchen Gebieten mit weniger als 0,5 Menschen pro Quadratkilometer
überlebt, schreiben die Forscher im Fachblatt "Conservation
Biology".
Mattson und Merrill weisen darauf
hin, dass diese drei Faktoren einen gemeinsamen Nenner haben:
Den Menschen. Weißbarkenkiefern wüchsen überwiegend
in großen Höhen, was für einen gewissen Abstand
zu Dörfern oder Städten sorge. Und wo sich kaum Menschen
aufhielten, stände den Tieren automatisch auch mehr Fläche
zur Verfügung.
Dass die Tiere sich heute auch
in Gebieten mit deutlich höheren Siedlungsdichten halten
können, führen die Forscher auf den gesetzlichen Schutz
und den Imagewandel zurück, den die Bären erfahren hätten.
"Unsere Resultate zeigen, dass eine Veränderungen in
Einstellung und Verhalten gegenüber den Grizzlys entscheidend
für ihr Überleben seit 1970 waren."
Immer wieder flammen in den USA
Diskussionen über das Gesetz zum Schutz bedrohter Arten (Endangered
Species Act) auf. Während Naturschützer eine Verschärfung
des Gesetzes fordern, sehen Verbände aus Landwirtschaft und
Industrie ihre Interessen gefährdet.
Erst kürzlich hatte ein Ausschuss
des Weißen Hauses einen Änderungsantrag akzeptiert,
der auf die wissenschaftliche Basis von Schutzentscheidungen abzielt.
Derzeit schreibt das Gesetz vor, dass im Falle ungenügender
Informationen ein "vorsorglicher" Standpunkt eingenommen
wird. Das soll sich zukünftig ändern, so die Befürworter
des Antrags.
Mattson und Merrill sind jedoch
überzeugt, dass diese Perspektive zumindest im Falle des
Grizzly absolut berechtigt war. Ihre Resultate seien "direkte
Belege für den dramatischen Nutzen von Schutzbemühungen,
die durch Gesetze wie den U.S. Endangered Species Act getragen
werden."
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