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- 22.07.2002 -

 

 

 

 


 

Korsika: Blaumeisen mögen duftende Nester

Einen besonders feinen Riecher haben Blaumeisen auf Korsika entwickelt. Französische Ökologen entdeckten, dass die Weibchen ihre Nisthöhlen mit duftenden Kräutern ausschmücken und regelmäßig für Nachschub sorgen.

(jkm) - Marcel Lambrechts und seine Kollegen vom Zentrum für funktionelle Ökologie und Evolution in Montpellier beobachteten, dass die weiblichen Blaumeisen (Parus caeruleus ogliastrae) kurz nach der Eiablage begannen, aromatische Kräuter wie Lavendel, Schafgarbe oder Minze heranzuschaffen.

Dabei komponierten sie aus jeweils zehn von etwa 250 in der Umgebung wachsenden Duftkräutern ihr ganz eigenes Bouquet. Vermutlich halten die Aromastoffe Parasiten von der Brut fern, schreiben die Forscher im Fachblatt "Ecology Letters".

Versuchsweise entfernten die Forscher die aromatischen Halme aus 64 Nestern. Unter der Hälfte der Nester brachten sie dann mit Lavendel und Schafgarbe gefüllte Behälter an. Hatten die Nester einen Ersatz-Duftspender erhalten, begannen ihre Besitzer erst nach 48 Stunden mit der Suche nach frischen Kräutern. Die anderen Meisen hatten dagegen binnen 24 Stunden für Ersatz gesorgt.

Dieses Ergebnis zeigt nach Ansicht der Forscher, dass es den Vögeln tatsächlich um die Aromastoffe geht. Viele dieser Substanzen seien wirksam gegen eine ganze Reihe von Mikroben und Insekten. Lambrechts glaubt daher, dass die Blaumeisen die duftenden Kräuter gezielt einsetzen, um ihren Nachwuchs frei von Parasiten zu halten.

"Sie sind echte Botaniker und ganz hervorragend darin, ihre Jungen mit in der Umgebung vorkommenden Mitteln zu schützen", so der Ökologe gegenüber der Online-Ausgabe des Magazins "Nature".

 Mehr Informationen:

Centre d'Ecologie fonctionnelle et Evolutive

Die Blaumeise

nature science update

 

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