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Korsika: Blaumeisen mögen duftende
Nester
Einen besonders feinen Riecher
haben Blaumeisen auf Korsika entwickelt. Französische Ökologen
entdeckten, dass die Weibchen ihre Nisthöhlen mit duftenden
Kräutern ausschmücken
und regelmäßig für Nachschub sorgen.
(jkm) - Marcel Lambrechts und
seine Kollegen vom Zentrum für funktionelle Ökologie
und Evolution in Montpellier beobachteten, dass die weiblichen
Blaumeisen (Parus caeruleus ogliastrae) kurz nach der Eiablage
begannen, aromatische Kräuter wie Lavendel, Schafgarbe oder
Minze heranzuschaffen.
Dabei komponierten sie aus jeweils
zehn von etwa 250 in der Umgebung wachsenden Duftkräutern
ihr ganz eigenes Bouquet. Vermutlich halten die Aromastoffe Parasiten
von der Brut fern, schreiben die Forscher im Fachblatt "Ecology
Letters".
Versuchsweise entfernten die Forscher
die aromatischen Halme aus 64 Nestern. Unter der Hälfte der
Nester brachten sie dann mit Lavendel und Schafgarbe gefüllte
Behälter an. Hatten die Nester einen Ersatz-Duftspender erhalten,
begannen ihre Besitzer erst nach 48 Stunden mit der Suche nach
frischen Kräutern. Die anderen Meisen hatten dagegen binnen
24 Stunden für Ersatz gesorgt.
Dieses Ergebnis zeigt nach Ansicht
der Forscher, dass es den Vögeln tatsächlich um die
Aromastoffe geht. Viele dieser Substanzen seien wirksam gegen
eine ganze Reihe von Mikroben und Insekten. Lambrechts glaubt
daher, dass die Blaumeisen die duftenden Kräuter gezielt
einsetzen, um ihren Nachwuchs frei von Parasiten zu halten.
"Sie sind echte Botaniker
und ganz hervorragend darin, ihre Jungen mit in der Umgebung vorkommenden
Mitteln zu schützen", so der Ökologe gegenüber
der Online-Ausgabe des Magazins "Nature".
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