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- 11.07.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Erstaunliche Schlangen: Ein Bissen nach dem anderen

Mit einem erstaunlichen Trick zerlegt eine asiatische Wasserschlange ihre Beute: Anstatt ihre Opfer als Ganzes zu verschlingen, formt sie ihren Körper zu einer Schlinge und reißt das Beutetier in Stücke.

(jkm) - Bislang dachte man, dass Schlangen ihre Beute stets als Ganzes verschlingen. Zumindest eine Schlangenart kann unter Einsatz ihres ganzen Körpers aber auch einzelne Bissen nehmen, berichten amerikanische und singapurianische Biologen im Magazin "Nature". Dieser Trick funktioniert nur bei Krabben als Beute, die sich gerade erst gehäutet haben und deren Haut noch nicht wieder ausgehärtet ist.

Bruce Jayne von der University of Cincinnati, Ohio, und seine Kollegen untersuchten das Fressverhalten zweier Schlangenarten, die in den Mangrovensümpfen Singapurs leben. Beide Arten, Fordonia leucobalia und Gerarda prevostiana, ernähren sich von Krabben, was bereits ungewöhnlich genug ist.

In den Mägen von Fordonia fanden die Forscher ausschließlich Reste von hartschaligen Krabben. Gerarda schien dagegen nur frisch gehäutete Krebse zu fressen, die zum Teil eigentlich nicht durch ihr Maul hätten passen dürfen.

Um das Rätsel zu lösen, brachten die Forscher einige Tiere ins Labor und filmten ihr Fressverhalten. "Das sind etwas schüchterne Arten", erläutert Jayne. "Wenn ich ihnen zusah, wollten sie nicht fressen. Als ich aber eine Infrarotkamera benutzte, fand ich dieses stereotype Verhalten."

Krabben mit einem ausgehärteten Panzer ließ Gerarda in allen Versuchen unberührt. Bekam sie dagegen eine frisch gehäutete Krabbe zu fassen, formte sie mit ihrem Körper eine enge Schlinge. Dann zog sie ihren Kopf durch diese Schlinge, bis die Beute in der engen Öffnung stecken blieb. Die Schlange zog und zerrte jedoch immer weiter an ihrer Beute, bis deren Körper schließlich nachgab.

"Die Schlange reißt den Körper der Krabbe förmlich in Stücke", so Jaynes Kommentar. Dagegen begnügte Fordonia sich damit, vor dem Verschlucken der Beute erst die störenden Beine zu entfernen.

Die Spezialisierung auf ausgehärtete bzw. frisch gehäutete Krabben erleichtert es den zwei Schlangenarten, die gleiche Ressource zu nutzen, so Jayne und seine Kollegen.

Und noch eine andere Einsicht könne man gewinnen: "Das neuartige Fressverhalten von G. pervostiana ist überraschend, da die Schlange eine relativ unauffällige Anatomie besitzt", schreiben die Forscher. "Dies sollte uns eine Mahnung sein, nicht allein aufgrund der Anatomie und ohne Verhaltensstudien Schlüsse über die Funktion zu ziehen."

 Mehr Informationen:

University of Cincinnati

 Video der Schlange (8,3 MB; mpg)

The Field Museum: Asian Aquatic Snakes

 

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