vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   T i e r e

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 11.07.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

Experte: Exotische Lebewesen im Rhein - Wasser sauberer

Im Rhein tummeln sich nach Experten-Angaben bei weiter verbesserter Wasserqualität zahlreiche exotische Tierarten.

Köln (dpa) - «Die Körbchenmuschel aus Asien kommt im Rhein bereits in Massen vor», sagte Fischereibiologe Stefan Staas von der Universität Köln am Donnerstag im Vorfeld einer wissenschaftlichen Veranstaltung zu dem Thema.

Die Wasserqualität habe sich deutlich verbessert. «Der Rhein war einst einer der schmutzigsten Flüsse der Welt. Es ist schon beeindruckend, was hier vor allem in den letzten 20 Jahren passiert ist», sagte der Biologe in einem dpa-Gespräch. Im Hauptstrom gelte das Wasser inzwischen als höchstens mäßig belastet.

Als Beispiele für zugewanderte Rhein-Bewohner nannte Staas Flohkrebsarten und einen fremden Borstenwurm. «Wir haben es hier mit einer rasanten Entwicklung zu tun: Schon ein bis zwei Jahre nach dem Erstnachweis einer Tierart aus anderen Verbreitungsgebieten kann diese Gruppe bereits dominierend im Rhein sein», erklärte der Experte.

Auch unter den im Rhein entdeckten insgesamt 63 Fischarten gebe es einige Überraschungen. «Zobel und Mamorgrundeln aus dem Donauraum sind bereits nachgewiesen worden und werden den Rhein besiedeln», sagte Staas. Sie seien über den Rhein-Main-Donau-Kanal gekommen.

«Als zufällige Fischarten haben wir außerdem die Regenbogenforelle, die allerorten gezüchtet wird und immer wieder entfleucht.» Trotz vieler neuer Arten im größten Fluss Deutschlands werde sich aber der zuletzt in den 40er Jahren gesichtete Stör nicht mehr blicken lassen. «Der Stör muss wohl für den Rhein-Einzugsbereich als ausgestorben angesehen werden.»

Auf die Wissenschaftler warteten noch viele Aufgaben, sagte Staas. «Es gibt einen unüberschaubaren Cocktail von Substanzen aus der chemischen Industrie, deren Wirkung auf die Tiere noch nicht genau bekannt ist.» Zudem müssten die Auen-Landschaften dringend revitalisiert werden.


© ArtToday

Die Regenbogenforelle entkommt immer wieder aus Zuchtanlagen.


 Mehr Informationen:

vista verde: Neozoen

 

 Lesen Sie auch:

Altlasten und Einleitungen: Sanierung der Flüsse wird mühsam

Australien: Barsche begünstigen Algenblüte

Umweltamt warnt: Medikamenten-Cocktail aus dem Wasserhahn

Töpfer: Bedrohung durch eingeschleppte Arten wird unterschätzt

GeStört: Ausgesetzte verdrängen heimische Störe

Bärenklau und Robinie: Verdrängung einheimischer Pflanzen

Kalifornien: Sprengstoff gegen Hechte

Piranhas und Guppys: In der Erft tummeln sich Exoten

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung