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Experte: Exotische Lebewesen im Rhein
- Wasser sauberer
Im Rhein tummeln sich nach
Experten-Angaben bei weiter verbesserter Wasserqualität zahlreiche
exotische Tierarten.
Köln (dpa) - «Die Körbchenmuschel
aus Asien kommt im Rhein bereits in Massen vor», sagte Fischereibiologe
Stefan Staas von der Universität Köln am Donnerstag
im Vorfeld einer wissenschaftlichen Veranstaltung zu dem Thema.
Die Wasserqualität habe
sich deutlich verbessert. «Der Rhein war einst einer der
schmutzigsten Flüsse der Welt. Es ist schon beeindruckend,
was hier vor allem in den letzten 20 Jahren passiert ist»,
sagte der Biologe in einem dpa-Gespräch. Im Hauptstrom gelte
das Wasser inzwischen als höchstens mäßig belastet.
Als Beispiele für zugewanderte
Rhein-Bewohner nannte Staas Flohkrebsarten und einen fremden Borstenwurm.
«Wir haben es hier mit einer rasanten Entwicklung zu tun:
Schon ein bis zwei Jahre nach dem Erstnachweis einer Tierart aus
anderen Verbreitungsgebieten kann diese Gruppe bereits dominierend
im Rhein sein», erklärte der Experte.
Auch unter den im Rhein entdeckten
insgesamt 63 Fischarten gebe es einige Überraschungen. «Zobel
und Mamorgrundeln aus dem Donauraum sind bereits nachgewiesen
worden und werden den Rhein besiedeln», sagte Staas. Sie
seien über den Rhein-Main-Donau-Kanal gekommen.
«Als zufällige Fischarten
haben wir außerdem die Regenbogenforelle, die allerorten
gezüchtet wird und immer wieder entfleucht.» Trotz
vieler neuer Arten im größten Fluss Deutschlands werde
sich aber der zuletzt in den 40er Jahren gesichtete Stör
nicht mehr blicken lassen. «Der Stör muss wohl für
den Rhein-Einzugsbereich als ausgestorben angesehen werden.»
Auf die Wissenschaftler warteten
noch viele Aufgaben, sagte Staas. «Es gibt einen unüberschaubaren
Cocktail von Substanzen aus der chemischen Industrie, deren Wirkung
auf die Tiere noch nicht genau bekannt ist.» Zudem müssten
die Auen-Landschaften dringend revitalisiert werden.
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