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- 10.07.2002 -

 

 

 

 

 


 

Navigation: Monarchfalter orientieren sich an der Sonne

Der Monarchfalter zieht im Herbst Tausende von Kilometern nach Süden in sein Winterquartier und kehrt dann im Frühjahr wieder in sein Brutgebiet zurück. Er orientiert sich dabei offenbar nur an der Sonne.

(jkm) - Die in Nordamerika beheimateten Monarchfalter ziehen im Herbst bis zu 3.500 Kilometer weit nach Süden, um in den Bergen Mexikos zu überwintern. Im Frühjahr führt sie ihr Weg gen Norden nach Texas, wo sie sich fortpflanzen. Im Herbst wandert die nächste Generation wieder in die mexikanischen Berge. Dabei orientieren sie sich offenbar an der Sonne, wie zwei Biologen jetzt mit Hilfe eines speziellen Flugsimulators nachweisen konnten.

Der dänische Forscher Henrik Mouritsen, zur Zeit an der Universität Oldenburg tätig, und sein kanadischer Kollege Barrie Frost experimentierten mit Monarchfaltern, die kurz vor ihrer herbstlichen Reise standen. Die Falter wurden zuerst auf der Oberseite eines Plastik-Zylinders angebunden. Dann animierten die Forscher ihre Versuchstiere durch einen leichten, Auftrieb verleihenden Luftstrom, der aber keine Richtung vorgibt, zum Fliegen.

Bis zu vier Stunden hielten sich die Schmetterlinge in der Luft, berichten Mouritsen und Frost in den "Proceedings of the National Academy of Sciences". Im freien Flug hätten die Falter rund 65 Kilometer zurücklegen und eine Spitzengeschwindigkeit von 18 Stundenkilometern erreichen können. Die Forscher schätzen, dass die Tiere bei günstigem Rückenwind sogar bis zu 50 Stundenkilometer schnell werden.

Fanden die Versuche im Freien statt, so strebten die Falter unter Einfluss des Sonnenlichts nach Südwesten in Richtung ihrer mexikanischen Winterquartiere. Auch mit erzwungenen Richtungswechseln konnten die Biologen nicht verhindern, dass ihre Versuchstiere sich immer wieder nach Südwesten orientierten.

Unter einem künstlichen Plexiglashimmel und einem um sechs Stunden verschobenen Tagesrhythmus verschob sich der Flugwinkel der Falter um 90 bis 115 Grad. Vom vermeintlichen Südwest-Kurs ließen sich die Tiere auch nicht durch ein künstliches, um 120 Grad gedrehtes Magnetfelder abbringen. Der Monatrchfalter orientiert sich also ausschließlich an einem zeitgebundenen Sonnenkompass, so das Fazit der Forscher.


© ArtToday

Monarch-Falter

 Mehr Informationen:

Monarch-Falter

Michoacan Reforestation Fund

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