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Navigation: Monarchfalter orientieren
sich an der Sonne
Der Monarchfalter zieht im
Herbst Tausende von Kilometern nach Süden in sein Winterquartier
und kehrt dann im Frühjahr wieder in sein Brutgebiet zurück.
Er orientiert sich dabei offenbar nur an der Sonne.
(jkm) - Die in Nordamerika beheimateten
Monarchfalter ziehen im Herbst bis zu 3.500 Kilometer weit nach
Süden, um in den Bergen Mexikos zu überwintern. Im Frühjahr
führt sie ihr Weg gen Norden nach Texas, wo sie sich fortpflanzen.
Im Herbst wandert die nächste Generation wieder in die mexikanischen
Berge. Dabei orientieren sie sich offenbar an der Sonne, wie zwei
Biologen jetzt mit Hilfe eines speziellen Flugsimulators nachweisen
konnten.
Der dänische Forscher Henrik
Mouritsen, zur Zeit an der Universität Oldenburg tätig,
und sein kanadischer Kollege Barrie Frost experimentierten mit
Monarchfaltern, die kurz vor ihrer herbstlichen Reise standen.
Die Falter wurden zuerst auf der Oberseite eines Plastik-Zylinders
angebunden. Dann animierten die Forscher ihre Versuchstiere durch
einen leichten, Auftrieb verleihenden Luftstrom, der aber keine
Richtung vorgibt, zum Fliegen.
Bis zu vier Stunden hielten sich
die Schmetterlinge in der Luft, berichten Mouritsen und Frost
in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".
Im freien Flug hätten die Falter rund 65 Kilometer zurücklegen
und eine Spitzengeschwindigkeit von 18 Stundenkilometern erreichen
können. Die Forscher schätzen, dass die Tiere bei günstigem
Rückenwind sogar bis zu 50 Stundenkilometer schnell werden.
Fanden die Versuche im Freien
statt, so strebten die Falter unter Einfluss des Sonnenlichts
nach Südwesten in Richtung ihrer mexikanischen Winterquartiere.
Auch mit erzwungenen Richtungswechseln konnten die Biologen nicht
verhindern, dass ihre Versuchstiere sich immer wieder nach Südwesten
orientierten.
Unter einem künstlichen Plexiglashimmel
und einem um sechs Stunden verschobenen Tagesrhythmus verschob
sich der Flugwinkel der Falter um 90 bis 115 Grad. Vom vermeintlichen
Südwest-Kurs ließen sich die Tiere auch nicht durch
ein künstliches, um 120 Grad gedrehtes Magnetfelder abbringen.
Der Monatrchfalter orientiert sich also ausschließlich an
einem zeitgebundenen Sonnenkompass, so das Fazit der Forscher.
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