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Frosch-Rätsel gelöst: Pestizide
und Parasiten schuld an Missbildungen
US-Forscher glauben, das Rätsel
massenhafter schwerer Missbildungen bei Fröschen gelöst
zu haben. Über die Ursache der Deformationen zerbrechen sich
Biologen und Umweltschützer seit mehr als einem Jahrzehnt
die Köpfe.
Washington (dpa) - Joseph Kiesecker
von der Pennsylvania State Universität in University Park
und Kollegen gelang es jetzt nachzuweisen, dass die Doppelbelastung
durch Pestizide und eine weit verbreitete Parasitenart, die Trematoden-Saugwürmer,
schuld an dem Frosch-Desaster sind.
Ihren Ermittlungen nach sind in
manchen Regionen der USA und Kanadas bereits bis zu 30 Prozent
aller Frösche verkrüppelt. Manchen fehlen Gliedmaßen,
andere haben zu viele.
Kieseckers Team berichtet in
einer Online-Veröffentlichung des Fachjournals «Proceedings
of the National Academy of Sciences» (PNAS, DOI: 10.1073/pnas.152098899)
vom Dienstag, dass Pestizide aus der Landwirtschaft und dem Gartenbau
in Rinnsalen in Froschteiche und Seen gelangen.
Dort schwächen die Schädlingsbekämpfungsmittel
das Immunsystem von Fröschen und Kaulquappen. Wenn sich Trematoden
die geschwächten Kaulquappen anschließend als Wirt
aussuchten, reichten deren Abwehrkräfte oft nicht mehr aus.
Die gleichen Trematoden-Larven
können bei Menschen, die in dem See oder Teich baden, einen
Ausschlag hervorrufen, berichten Kiesecker und Kollegen. Allerdings
sei das menschliche Immunsystem stark genug, um die Larven abzustoßen.
Als Reaktion auf die Trematoden-Attacke trete meist nur ein Juckreiz
auf.
Dagegen führen die in tropischen
Gewässern vorkommenden Trematoden zu der als Schistosomiasis
oder Bilharziose bekannten chronischen Infektion. An ihr erkranken
jährlich mindestens 300 Millionen Menschen. Viele von ihnen
sterben an der Krankheit.
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