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Duftende Orchideen verdammen Wespenweibchen
zur Jungfräulichkeit
Die Beziehung zwischen Blütenpflanzen
und ihren Bestäubern ist nicht immer so harmlos, wie üblicherweise
angenommen. Eine Orchideenart imitiert den Duft paarungsbereiter
Wespenweibchen derart gut, dass diese ihre Attraktivität
für die Wespenmännchen verlieren.
(jkm) - Manche Orchideenblüten
ahmen Duft und Aussehen von Insektenweibchen nach, um deren Männchen
zur Bestäubung anzulocken. Teilweise ähneln sie dem
Vorbild sogar in den Oberflächeneigenschaften, so dass auf
den Blüten gelandete Männchen ernsthafte Kopulationsversuche
unternehmen.
Bisherige Studien hätten
sich jedoch ausschließlich auf die männlichen Insekten
konzentriert, schreiben Bob Wong und Florian Schiestl von der
Australien National University in Canberra. Daher untersuchten
sie die sexuelle Täuschung nun aus Sicht der Weibchen.
Als Studienobjekte dienten die
australische Orchidee Chiloglottis trapeziformis und deren Bestäuberin,
die Rollwespe Neozeleboria cryptoides. Die Forscher setzten ein
Wespenweibchen und eine Orchideenblüte in zwei undurchsichtige
Plastikbehälter, in die sie feine Luftlöcher gebohrt
hatten.
Platzierten sie die Behälter
nebeneinander auf einem Waldboden, wurden beide gleich oft von
interessierten Wespenmännchen besucht. Die Verehrer konnten
den Duft der Weibchen und den der Blüten also nicht unterscheiden.
Wong und Schiestl legten nun Kolonien
aus fünf beziehungsweise zehn Orchideen an. Zunächst
wurden diese auch von zahlreichen Wespenmännchen umschwirrt
und untersucht, mit der Zeit schienen diese aber zu erkennen,
dass hier ein falsches Spiel mit ihnen getrieben wurde und mieden
die Orchideen fortan.
Wurde nun ein Wespenweibchen in
eine Orchideen-Kolonie gesetzt, konnte es trotz allen Werbens
kein Männchen anlocken, berichten die Biologen in den "Proceedings
of the Royal Society".
Dies zeige, dass eine sexuell
trügerische Orchidee einen negativen Einfluss auf ihre Bestäuber
haben könne, schreiben Wong und Schiestl. Nicht nur erschwere
sie es den Weibchen, ein Männchen auf sich aufmerksam zu
machen.
Zudem hätten die Blüten
auch eine abschreckende Wirkung auf die Männchen, so dass
ein unglücklicherweise in ihrer Mitte sitzendes Wespenweibchen
ernsthafte Schwierigkeiten bekommen könnte.
Die Weibchen von Neozeleboria
cryptoides sind nämlich flügellos und außer zur
Paarung auch zur Nahrungssuche und zum Auffinden einer geeigneten
Stelle für die Eiablage auf die Männchen angewiesen.
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