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Artenvielfalt: Zahl der Blütenpflanzen
unterschätzt
Wieviele Blütenpflanzen
es auf der Erde gibt, ist unter Biologen umstritten. Forscher
haben die bisherigen Schätzungen jetzt stark nach oben korrigiert.
(jkm) - Bisherige Schätzungen
schwanken zwischen 230.000 und 320.000 bedecktsamigen Blütenpflanzen,
den so genannten Angiospermen. Jetzt kommen zwei Forscher nach
neuen Berechnungen auf wesentlich größere Zahlen. Sie
gehen von über 420.000 Arten aus.
Die Angiospermen besitzen im Unterschied
zu Nacktsamern Fruchtblätter, die ihre Samenanlagen umhüllen.
Die Samen werden in besonderen Behältern, den Früchten,
ausgebildet.
Weil die Angiospermen die dominante
Gruppe in der Pflanzenwelt darstellen, ist ihr Artenreichtum eine
wichtige Größe. Die meisten dieser Arten gibt es in
den Tropen und im Mittelmeerraum - Regionen, deren Ökosysteme
unter Druck geraten sind. Jede fünfte Blütenpflanze
gilt als gefährdet.
David Bramwell, Leiter eines spanischen
Botanik-Instituts, schätzt die Summe aller Angiospermen auf
exakt 421.968 Arten. Er summierte alle bekannten Blütenpflanzen
der Erde, berücksichtigte dabei aber besonders jene Arten,
die nur in einer einzelnen Region vorkommen.
"Ich bin von der jeweils
größten Flora jeder Region ausgegangen und habe dann
jene Arten erfasst, die dort einzigartig sind", sagte Bramwell
der BBC. "Dieses Vorgehen vermeidet eine Menge doppelte Zählungen,
wie sie in früheren Schätzungen auftauchten." Trotzdem
kommt Bramwell auf eine überraschend hohe Zahl an Arten.
Seine Berechnungen hat Bramwell im Magazin "Plant Talk"
veröffentlicht.
Der Forscher steht mit seiner
hohen Schätzung nicht allein. Raphael Govaerts von den britischen
Royal Botanic Gardens kam mit einer abweichenden Zählmethode
auf 422.127 Blütenpflanzen.
Bramwell richtet sich mit der
Veröffentlichung nicht nur an Biologen. Angesichts der bedrohten
Ökosysteme sei seine Arbeit auch politisch, sagte Bramwell
gegenüber der BBC: "Wir müssen den Politikern deutlich
machen, wie groß die Artenvielvalt ist, die es zu bewahren
gilt."
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