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Australien: Barsche begünstigen
Algenblüte
Wenn australische Forscher
ins Ökosystem ihres Kontinents eingreifen, geht das des Öfteren
schief. Keine glückliche Hand bewiesen sie jetzt bei dem
Versuch, die Algenblüte in einem See in Queensland einzudämmen.
(jkm) - Nachdem die Biologen korrigierend
in den Fischbestand eingriffen, wuchs der See nur um so schneller
mit einem grünen Pflanzenteppich zu.
Dabei schien die Idee der Biologen
recht vielversprechend: Weil die Algenblüte von pflanzenfressenden
Krebstierchen aus der Klasse der Crustacea begrenzt werden kann,
wollten die Forscher deren Populationen stärken. Als natürliche
Fressfeinde der Krebse lebten im See die Gründlinge, deren
Bestand sich durch das Aussetzen von Barschen steuern lässt.
Biologen in den USA waren vergleichbare Eingriffe bereits geglückt.
Der Einzug der Barsche in den
australischen See hatte anfangs tatsächlich den erwarteten
Effekt, berichtet Vlad Matveev vom Forschungsverbund CSIRO: "Die
Barsche fraßen die kleinen Fische, der Bestand an Krebstierchen
multiplizierte sich. Die Algen gingen zurück, die Wasserqualität
verbesserte sich. Plötzlich aber kehrte sich der Effekt um.
Die Zahl der Krebse nahm ab, sie konnten die Algen nicht länger
kontrollieren. Der Prozess endete in einer dramatischen Algenblüte."
Mittlerweile gleicht der See einer grünen Wiese.
Matveev kann momentan nur spekulieren,
was Unterwasser passiert sein könnte: "Wir vermuten,
dass der zu große Bestand mit räuberischen Barschen
die gesamte Nahrungskette im See beeinträchtigt hat. Dadurch
blieben wohl zu viele Nährstoffe des Wassers von tierischer
Seite ungenutzt." Der Überrschuss an Nährstoffen
kam offenbar den Algen zugute.
Was in den USA funktioniere, sei
auf die suptropischen Seen Australiens nicht übertragbar,
räumen die Forscher jetzt ein. Das Aussetzen von Fressfeinden
wolle man künftig vorsichtiger angehen, um das betroffene
System nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Eine Mahnung zur Zurückhaltung
richten die Forscher auch an australische Angler, die durch Aussetzen
von Jungfischen gern den Barsch-Bestand ihrer heimischen Gewässer
erhöhen würden.
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