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- 25.06.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Single-Treffs: Antilopenweibchen kämpfen um Männchen

Die Weibchen einer Art und ihr kritischer Blick haben bei der Säugerevolution vermutlich eine stärkere Rolle gespielt als bislang angenommen.

(jkm) - Zu diesem Schluss kommt ein britischer Zoologe in den "Proceedings of the National Academy of Sciences". Demnach versammeln sich Antilopenweibchen nur deshalb an bestimmten Plätzen, um sich mit besonders attraktiven Männchen zu paaren. Dafür nehmen sie sogar Kämpfe mit Rivalinnen und weitere Nachteile in Kauf.

Auch bei Huftieren gibt Single-Treffs, etwa bei den afrikanischen Topis oder Leierantilopen (Damaliscus lunatus). Nach dem schwedischen Wort für "Spiel" werden diese Plätze, in denen Männchen ohne Territorium und Harem sowie "herrenlose" Weibchen zusammenkommen, als Leks bezeichnet.

Frühere Untersuchungen hatten keine klaren Hinweise dafür erbracht, dass die an einem Lek versammelten Weibchen eine Auswahl unter den Männchen treffen. Daher war vermutet worden, die Weibchen würden durch ein besseres Futterangebot, weniger Belästigung durch männliche Territorialherren oder Schutz vor Räubern angelockt.

Nach zweijährigen Beobachtungen in der ostafrikanischen Serengeti glaubt Jakob Bro-Jørgensen von der Zoological Society of London, diese Vermutungen widerlegen zu können. Wie der Forscher berichtet, wurden empfängnisbereite Weibchen an einem Lek sogar sehr viel häufiger von paarungswilligen Männchen verfolgt als in von einzelnen Männchen beherrschten Territorien.

Auch fanden sich in der Nähe eines Leks deutlich mehr Tüpfelhyänen ein als in den umliegenden Gebieten. Und das Futterangebot konnte die Weibchen ebenfalls nicht locken, denn auf dem Boden der Leks fand sich meist kaum noch ein grüner Halm.

"Im Gegenteil zeigen meine Daten, dass die Weibchen sich ihre Partner aktiv aussuchen", schreibt Bro-Jørgensen. Die Weibchen paarten sich demnach besonders oft und schnell mit älteren, größeren und kräftiger gezeichneten Männchen.

Entscheidend seien jedoch weniger die physischen Merkmale der Männchen gewesen, sondern die Tatsache, dass die stattlichsten Exemplare sich meist im Zentrum eines Leks aufhielten, ihre weniger beeindruckenden Geschlechtsgenossen dagegen an der Peripherie.

In schöner Regelmäßigkeit gerieten die Weibchen einander in die Hörner, wenn es um "zentrale" Männchen ging, und häufig störte eine Verehrerin sogar die Kopulation eines bevorzugten Männchens mit anderen Weibchen.

Nach Ansicht des Forschers schließen die weiblichen Antilopen allein aus der Position eines Männchens in einer Gruppe auf dessen Qualitäten. Das wiederum habe die Tendenz zur Gruppenbildung bei den Männchen gefördert, und im Laufe der Zeit habe diese Rückkopplungsschleife zur Bildung der heutigen Leks geführt.

"Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass die Auswahl durch Weibchen bei der sexuellen Selektion unter Säugetieren ein stärkerer Faktor ist, als bislang vermutet", schließt Bro-Jørgensen.


© ArtToday

Topi oder Leierantilope

 Mehr Informationen:

Topi-Antilopen

 

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