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Sachverständige: Starker Flächenverbrauch
in Deutschland
Der Sachverständigenrat
für Umweltfragen hat eine stärkere Beachtung des Naturschutzes
gefordert und vor allem den anhaltend starken Flächenverbrauch
in Deutschland kritisiert.
Berlin (dpa) - Der Rat legte am
Donnerstag in Berlin ein Sondergutachten mit dem Titel «Stärkung
und Neuorientierung des Naturschutzes» vor. Dem zufolge
liegt der Flächenverbrauch derzeit bei 130 Hektar pro Tag.
Die Bundesregierung will ihn bis 2020 auf 30 Hektar zurückführen.
Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) wertete das Gutachten
als Bestätigung seiner Politik.
Der Sachverständigenrat
empfiehlt unter anderem eine stärkere «Nachverdichtung»
in Städten statt der Ausweisung neuer Baugebiete und das
«Recycling» genutzter Flächen. Vorgeschlagen
wird außerdem eine Abgabe auf die Versiegelung der Böden
durch die Bebauung.
Nach Ansicht des Gremiums ist
der Naturschutz immer noch in einer extrem schwachen Position,
wenn es vor Ort um seine konkrete Umsetzung gehe, kritisierte
der Vorsitzende des Sachverständigenrats, Martin Jänicke.
Positiv bewertet der Rat die
im April in Kraft getretene Neuregelung des Naturschutzgesetzes.
Jetzt müsse das dort Festgelegte aber auch umgesetzt werden,
forderte Jänicke. Dass der Naturschutz noch immer einen zu
schwachen Stellenwert genieße, sei nicht dem Umweltministerium
zuzuschreiben.
Die Kritik richte sich vielmehr
an die anderen Ministerien, in denen naturschutzrechtliche Belange
zu wenig beachtet würden. Trittin bestätigte, der Naturschutz
müsse aus der Nische geholt werden. Dazu sollte die Landwirtschaft
künftig noch stärker naturverträglich ausgerichtet.
Der Sachverständigenrat
für Umweltfragen ist ein siebenköpfiges Gremium von
Wissenschaftlern, das die Bundesregierung berät.
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