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Leguane: Stresshormon warnt vor Öko-Katastrophe
Die Langzeitfolgen auch kleiner
Ölunfälle sind gravierender als erwartet. So ging die
Population der Leguane auf einer Galapagos-Insel innerhalb eines
Jahres um 62 Prozent zurück.
(jkm) - Nachdem im Januar 2001
der Tanker Jessica auf Grund lief, waren Forscher zunächst
erleichtert, da der Ölteppich zum größten Teil
auf das offene Meer trieb. Die Leguane sind dennoch massenhaft
gestorben.
Als Ursache konnten Martin Wikelski
und seine Kollegen von der Universität Princeton das Absterben
von Mikroorganismen im Darm der Leguane ermitteln. Die Organismen
sind notwendig, um den Seetang verdauen zu können. In der
Folge sind die Leguane verhungert.
"Unsere Ergebnisse warnen
vor einer vorschnellen Beruhigung angesichts kleiner Kontaminationen.
Dies kann auch in anderen Naturreservaten geschehen, wie etwa
im Arctic National Wildlife Refuge in Alaska" schreiben Wikelski
und seine Kollegen im Magazin "Nature". Der US Senat
hat erst im April 2002 die Pläne der Regierung Bush verhindert,
in diesem Reservat die Ölförderung zuzulassen.
Wikelski und seine Kollegen haben
zufällig einen Indikator gefunden, der anzeigt, ob auch scheinbar
unbelastete Tiere durch die Ölpest gefährdet sind. Nur
drei Tage vor dem Ölunfall testeten die Forscher die Leguane
auf das Stresshormon Korticosteron. Bei einer Nachuntersuchung
kurz nach dem Unglück wurden dramatisch erhöhte Werte
festgestellt.
"In diesem Zusammenhang sind
die Korticosteron-Werte ein verlässlicher Indikator für
lebensbedrohlichen Stress" schlussfolgern die Autoren. Mit
einem einfachen Bluttest können nun in Zukunft Biologen die
Gefährdung nach ökologischen Desastern abschätzen.
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