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- 05.06.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

Erdhörnchen: Sparsame Winterschläfer

Erdhörnchen, die in der sibirischen Taiga den Winter überstehen wollen, müssen robuste Tiere sein. Wie ihr Winterschlaf abläuft, haben russische Biologen jetzt untersucht.

(jkm) - Bis auf -50 Grad Celsius können die Temperaturen in der Taiga sinken und die frostfreie Zeit dauert kaum länger als hundert Tage. Innerhalb von drei Monaten müssen die Erdhörnchen 30 bis 40 Prozent an Körpergewicht zulegen, damit sie in den langen dunklen Wintern von den Reserven zehren können.

Den Beobachtungen russischer Biologen zufolge legt sich das Erdhörnchen schon im frühen Oktober zur Ruhe, wenn in der Taiga der erste Schnee fällt. Der Winterschlaf verläuft aber nur in kurzen Intervallen; selbst in der ruhigsten Phase im Dezember und Januar erwachen die Tiere noch alle 12 bis 14 Tage. Weil sie aber keine Nahrungsvorräte anlegen und den Bau nicht verlassen, unterliegen sie starken Gewichtsschwankungen.

Um den Stoffwechsel der Erdhörnchen zu untersuchen, fingen die Biologen im Herbst einige Tiere ein und sperrten sie in Kältekammern, in denen die winterlichen Temperaturen und Lichtverhältnisse simuliert wurden. Tatsächlich fielen die Hörnchen in ihren gewohnten Schlafrhythmus.

Bis zu zwanzig mal am Tag legten die Forscher ihre unfreiwilligen Gäste auf die Waage und konnten so die Gewichtsverluste über Monate dokumentieren. Die kleinen Schläfer ließen sich durch das Wiegen nicht aus der Ruhe bringen und überstanden die Gefangenschaft problemlos, schreiben die Forscher im "Russian Journal of Ecology".

Ihren Messungen zufolge werden in der ersten Phase des Winterschlafs die Reserven am schnellsten abgebaut, weil die Tiere am häufigsten erwachen. Je schwerer das Tier im Herbst war, umso höher fiel sein Gewichtsverlust aus.

Erwachsene Erdhörnchen von bis zu 800 Gramm verloren innerhalb von 150 Tagen 32 Prozent Gewicht. Leichte Jungtiere nahmen dagegen unter gleichen Bedingungen nur 18 Prozent ab.

Erdhörnchen verbrennen ihren Winterspeck ausgesprochen sparsam, sagen die Forscher. Die Tiere schwitzen dabei auch kaum Feuchtigkeit aus. Dies ermöglicht es auch kleinen Exemplare mit wenig Reserven, bis zum Frühling durchhalten zu können.

 Mehr Informationen:

Informnauka

 

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