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Erdhörnchen: Sparsame Winterschläfer
Erdhörnchen, die in der
sibirischen Taiga den Winter überstehen wollen, müssen
robuste Tiere sein. Wie ihr Winterschlaf abläuft, haben russische
Biologen jetzt untersucht.
(jkm) - Bis auf -50 Grad Celsius
können die Temperaturen in der Taiga sinken und die frostfreie
Zeit dauert kaum länger als hundert Tage. Innerhalb von drei
Monaten müssen die Erdhörnchen 30 bis 40 Prozent an
Körpergewicht zulegen, damit sie in den langen dunklen Wintern
von den Reserven zehren können.
Den Beobachtungen russischer Biologen
zufolge legt sich das Erdhörnchen schon im frühen Oktober
zur Ruhe, wenn in der Taiga der erste Schnee fällt. Der Winterschlaf
verläuft aber nur in kurzen Intervallen; selbst in der ruhigsten
Phase im Dezember und Januar erwachen die Tiere noch alle 12 bis
14 Tage. Weil sie aber keine Nahrungsvorräte anlegen und
den Bau nicht verlassen, unterliegen sie starken Gewichtsschwankungen.
Um den Stoffwechsel der Erdhörnchen
zu untersuchen, fingen die Biologen im Herbst einige Tiere ein
und sperrten sie in Kältekammern, in denen die winterlichen
Temperaturen und Lichtverhältnisse simuliert wurden. Tatsächlich
fielen die Hörnchen in ihren gewohnten Schlafrhythmus.
Bis zu zwanzig mal am Tag legten
die Forscher ihre unfreiwilligen Gäste auf die Waage und
konnten so die Gewichtsverluste über Monate dokumentieren.
Die kleinen Schläfer ließen sich durch das Wiegen nicht
aus der Ruhe bringen und überstanden die Gefangenschaft problemlos,
schreiben die Forscher im "Russian Journal of Ecology".
Ihren Messungen zufolge werden
in der ersten Phase des Winterschlafs die Reserven am schnellsten
abgebaut, weil die Tiere am häufigsten erwachen. Je schwerer
das Tier im Herbst war, umso höher fiel sein Gewichtsverlust
aus.
Erwachsene Erdhörnchen von
bis zu 800 Gramm verloren innerhalb von 150 Tagen 32 Prozent Gewicht.
Leichte Jungtiere nahmen dagegen unter gleichen Bedingungen nur
18 Prozent ab.
Erdhörnchen verbrennen ihren
Winterspeck ausgesprochen sparsam, sagen die Forscher. Die Tiere
schwitzen dabei auch kaum Feuchtigkeit aus. Dies ermöglicht
es auch kleinen Exemplare mit wenig Reserven, bis zum Frühling
durchhalten zu können.
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