| Amazonas: Rätselhafter Manakin zeigt
sich wieder
Der Gold-gekrönte Manakin
ist wieder da. Der grüne Vogel aus dem brasilianischen Regenwald
galt schon als ausgestorben. Doch brasilianische Forscher haben
ihn jetzt im Gebiet des Amazonas wiederentdeckt.
(jkm) - 45 Jahre, nachdem das
letzte Exemplar gesichtet wurde, ist der Gold-gekrönte Manakin
(lat. Pipra vilasboasi), der seinen Namen einem goldgelben Streifen
auf dem Kopf verdankt, wieder nachweisbar.
Dabei hat sich der Vogel schon
früher rar gemacht: Der deutsche Forscher Helmut Sick entdeckte
fünf Exemplare der Art erst 1957, zwei Jahre später
wurde der Vogel als eigenständige Spezies anerkannt. Seitdem
wurde der Manakin noch ein einziges Mal nachgewiesen. Versuche,
den Vogel aufzuspüren, schlugen immer wieder fehl.
Auch heute wissen die Biologen
kaum mehr, als dass es sich bei Pipra vilasboasi wohl um den rätselhaftesten,
seltensten Vogel Brasiliens handelt. Die Forscher fürchten,
durch die Rodung des Regenwaldes könnten die letzten Exemplare
verschwinden, bevor sie überhaupt näher untersucht wurden.
"Wir waren überwältigt,
den verlorenen Manakin gefunden zu haben, weil er sich so deutlich
von anderen Manakins unterscheidet", berichtet Fábio
Olmos, der zusammen mit José Fernando Pacheco den Vogel
in der Pará-Region entdeckte.
"Die Wirtschaft wird dort
im wesentlichen von der Holzindustrie und der Rinderzucht auf
gerodeten Flächen geprägt", berichtet Olmos gegenüber
der Naturschutzorganisation BirdLife International. Die Organisation
unterstützt seit März 2000 die Erforschung und den Schutz
des brasilianischen Regenwaldes.
"Die Regierung hat keine
Kontrole über Holzfäller, Siedler und Goldsucher in
dem Gebiet", so Olmos weiter, "die Zerstörung des
Waldes bleibt deshalb ein großes Problem in Pará
und bedroht das Überleben des wunderschönen Vogels."
|