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Auf der Gen-Spur der Korallen-Killer
Molekularbiologen sind jenen
Bakterien auf die Spur gekommen, die weltweit Korallenriffe zerstören.
(jkm) - Die Forscher der University
of Illinois konnten die Verursacher der so genannten Schwarzbandkrankheit
identifizieren. Dabei werden die Korallen von Bakterien mit einem
schwarzes Geflecht feiner Fäden überzogen.
Die Organismen sondern vermutlich
ein Gift ab, das die Korallen tötet. Möglicherweise
bereiten sie auch noch unbekannten Erregern den Weg. Betroffen
sind vor allem Riffe, die schon durch Umwelteinflüsse geschwächt
wurden.
Der Geologe Bruce Fouke und die
beiden Mikrobiologen Jorge Frias-Lopez und George Bonheyo sammelten
Bakterien-Proben und sequenzierten das Gen 16S rRNA, das als eine
Art genetischer Fingerabdruck in allen lebenden Organismen vorkommt.
Demnach handelt es sich bei den
Auslösern der Schwarzbandkrankheit um große fadenförmige
Cyanobakterien der Art Phormidium corallyticum. "Ausgehend
von der Gen-Analyse konnten wir insgesamt drei verschiedene Arten
sehr eng verwandter Cyanobakterien identifizieren", berichtet
Fouke.
Die Proben wurden vor Papua Neu
Guinea im Pazifischen Ozean und vor den Niederländischen
Antillen in der Karibik gesammelt. 57 Sequenzen aus 12 bakteriellen
Ablagerungen verweisen nach Aussage der Forscher mit einer einzigen
Ausnahme auf die gleichen Bakterien. Man könne deshalb von
einem einheitlichen globalen Problem sprechen.
Der Anstieg der Wassertemperatur
sowie die Belastung der Meere durch Abfälle und Giftstoffe
schwächten die Korallen und machten sie anfällig, so
Fouke: "Wir müssen die Krankheit als das Werk einer
bakteriellen Gemeinschaft betrachten, die sich zusammen eine physikalisch
und chemisch einzigartige Umgebung schaffen."
Bevor man die Krankheit behandeln
könne, müsse geprüft werden, welchen Erregern durch
das Zusammenspiel der Bakterien der Weg geebnet werde.
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