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- 24.05.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

Auf der Gen-Spur der Korallen-Killer

Molekularbiologen sind jenen Bakterien auf die Spur gekommen, die weltweit Korallenriffe zerstören.

(jkm) - Die Forscher der University of Illinois konnten die Verursacher der so genannten Schwarzbandkrankheit identifizieren. Dabei werden die Korallen von Bakterien mit einem schwarzes Geflecht feiner Fäden überzogen.

Die Organismen sondern vermutlich ein Gift ab, das die Korallen tötet. Möglicherweise bereiten sie auch noch unbekannten Erregern den Weg. Betroffen sind vor allem Riffe, die schon durch Umwelteinflüsse geschwächt wurden.

Der Geologe Bruce Fouke und die beiden Mikrobiologen Jorge Frias-Lopez und George Bonheyo sammelten Bakterien-Proben und sequenzierten das Gen 16S rRNA, das als eine Art genetischer Fingerabdruck in allen lebenden Organismen vorkommt.

Demnach handelt es sich bei den Auslösern der Schwarzbandkrankheit um große fadenförmige Cyanobakterien der Art Phormidium corallyticum. "Ausgehend von der Gen-Analyse konnten wir insgesamt drei verschiedene Arten sehr eng verwandter Cyanobakterien identifizieren", berichtet Fouke.

Die Proben wurden vor Papua Neu Guinea im Pazifischen Ozean und vor den Niederländischen Antillen in der Karibik gesammelt. 57 Sequenzen aus 12 bakteriellen Ablagerungen verweisen nach Aussage der Forscher mit einer einzigen Ausnahme auf die gleichen Bakterien. Man könne deshalb von einem einheitlichen globalen Problem sprechen.

Der Anstieg der Wassertemperatur sowie die Belastung der Meere durch Abfälle und Giftstoffe schwächten die Korallen und machten sie anfällig, so Fouke: "Wir müssen die Krankheit als das Werk einer bakteriellen Gemeinschaft betrachten, die sich zusammen eine physikalisch und chemisch einzigartige Umgebung schaffen."

Bevor man die Krankheit behandeln könne, müsse geprüft werden, welchen Erregern durch das Zusammenspiel der Bakterien der Weg geebnet werde.

 Mehr Informationen:

University of Illinois

University of Louisiana: Black band disease

 

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