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- 19.05.2002 -


 

Schutz der Meere: Schneller Erfolg in Reservaten

Wird eine Meeresregion zum Schutzgebiet erklärt, lässt der Erfolg nicht lange auf sich warten. In kurzer Zeit steigt die Artenzahl, die Größe der Individuen und die Biomasse deutlich und dauerhaft an.

(jkm) - Darüber kann sich auch die Fischereiindustrie freuen, denn die positiven Effekte wirken über den Rand der Schutzzone hinaus. Das berichten amerikanische Ökologen im Fachblatt "Ecology Letters".

Immer häufiger werden so genannte "No-Take"-Schutzgebiete im Meer eingerichtet, aus denen keinerlei Material - inklusive Organismen - entfernt werden darf.

"In der Vergangenheit wurden solche Reservate jedoch eingerichtet, ohne dass man ihren tatsächlichen Einfluss auf die zu schützenden Gebiete kannte", schreiben Ben Halpern und Robert Warner von der University of California in Santa Barbara. Daher werteten die Forscher 112 Arbeiten über 80 Meeresschutzgebiete aus und fassten die Beobachtungen zusammen.

Biommasse fast verdreifacht

Die Ergebnisse waren beeindruckend: Innerhalb weniger Jahre stieg die Zahl der in den Schutzgebieten lebenden Arten und die Körpergröße der Fische und Wirbellosen um bis zu 30 Prozent. Gleichzeitig verdoppelte sich die Populationsdichten, so dass die gesamte Biomasse in den Reservaten fast dreimal höher war als in nicht geschützten Gebieten.

"Das Aufregende ist: Wenn man erst einmal ein Reservat eingerichtet hat, zeigen die Arten in dem Gebiet binnen ein bis drei Jahren eine dramatische Reaktion auf den Schutz", so Halpern. Und selbst in den ältesten untersuchten Reservaten, zwei vor 40 bzw. 39 Jahren unter Schutz gestellten Gebieten vor Vancouver und im Exuma-Sund der Bahamas, hielt der Effekt an.

Schutzgebiete nutzen auch der Fischerei

Die Ergebnisse zeigen, dass die Einrichtung von Meeresschutzgebieten auch der Fischerei nutzt. "Obwohl die Schutzgebiete selbst nicht befischt werden dürfen, geht man davon aus, dass von der erhöhten Produktion innerhalb der Reservate schließlich auch die Konsumenten außerhalb profitieren", sagt Halpern.

"Wir können jetzt mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass 'schließlich' eine recht kurze Zeitspanne bedeutet."

 Mehr Informationen:

Department of Ecology, Evolution, and Marine Biology, University of California, Santa Barbara

"No-Take" Marine Reserves

WWF: Fully Protected Marine Reserves

State of the Reefs - Regional and Global Perspectives

vista verde: Artenschutz

 

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