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- 15.05.2002 -


 

Klimawandel: Vorratskammer der Eisbären schmilzt dahin

Eisbären sind von menschlichen Aktivitäten bislang relativ verschont geblieben. Einer neuen Studie des World Wide Fund for Nature (WWF) zufolge ist das Überleben des größten Landraubtiers der Erde jedoch alles andere als sicher.

(jkm) - Die Jagdgründe der Eisbären, die Treibeisfelder der Arktis, seien aufgrund des Klimawandels bereits deutlich geschrumpft. Folge seien eine schwächere Konstitution der Alttiere und eine erhöhte Sterblichkeit ihrer Jungen.

Die Zahl der Eisbären (Ursus maritimus) wird heute auf etwa 22.000 Tiere geschätzt, die in 20 Populationen entlang des nördlichen Eismeers leben. Während des Winterhalbjahrs halten die bis zu 500 Kilogramm schweren und 2,7 Meter langen Tiere sich hauptsächlich auf dem lockeren Treibeis am Rand der Eisdecke auf und machen Jagd auf Robben. Im Sommerhalbjahr ziehen die meisten sich dagegen auf festeren Grund zurück und bringen in Schneehöhlen ihre Jungen zur Welt.

Stefan Norris und seine Kollegen vom International Arctic Programme des WWF in Norwegen fassten nun das heutige Wissen über die Eisbären und ihre Beeinflussung durch menschliche Aktivitäten zusammen. Unter anderem zitieren die Autoren den jüngsten Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der für die Arktis besonders ausgeprägte Klimaveränderungen vorhersagt.

Dementsprechend sei die Ausdehnung des Treibeises seit den 70er-Jahren um etwa drei Prozent gesunken, das Eis schmelze im Frühling immer früher und bilde sich im Herbst immer später. Computermodelle zeigten, dass dieser Trend sich weiter fortsetzen werde.

Dadurch werde nicht nur die Jagdsaison für die Eisbären verkürzt, auch der Lebensraum ihrer Beutetiere schrumpfe. "Es gibt Hinweise darauf, dass der Klimawandel bereits heute den Zustand der Eisbären in der kanadischen Hudsonbai beeinflusst", so die Forscher. Die Tiere kämen am Ende des Winterhalbjahrs mit immer weniger Fettreserven an Land, was vor allem die Sterblichkeit der Jungtiere in die Höhe treibe.

Weitere Faktoren seien einstürzende Schneehöhlen aufgrund häufigerer Regenfälle, die Ansammlung von organischen Schadstoffen im Gewebe der Tiere, Schwermetalle, Ölverschmutzungen oder die Jagd auf die Bären und ihre Beute.

"Vom Standpunkt des Artenschutzes sind Eisbären in einer einzigartigen und günstigen Situation", schreiben Norris und seine Kollegen. Die Zahl der Tiere und ihr von Menschen weitgehend unbewohnter Verbreitungsraum seien seit Beginn des Industriezeitalters kaum geschrumpft.

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden aber "die kombinierten Effekte des Klimawandels den Fortpflanzungserfolg der Eisbären negativ beeinflussen und so zu einem Rückgang der Gesamtpopulation führen. Diese Effekte müssen im Kontext anderer Drücke gesehen werden, denen die Art ausgesetzt ist."


© ArtToday

Wenn das Packeis ausbliebe, müssten Eisbären hungern, da ihnen dann der Weg zu ihren Jagdgebieten abgeschnitten wäre.

 Mehr Informationen:

WWF Deutschland

Hintergrundinfos des WWF (PDF)

Die Studie (PDF; engl.)

Polar Bear Specialist Group der IUCN

Über Eisbären

vista verde: Klimawandel

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