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Klimawandel: Vorratskammer der Eisbären
schmilzt dahin
Eisbären sind von menschlichen
Aktivitäten bislang relativ verschont geblieben. Einer neuen
Studie des World Wide Fund for Nature (WWF) zufolge ist das Überleben
des größten Landraubtiers der Erde jedoch alles andere
als sicher.
(jkm) - Die Jagdgründe der
Eisbären, die Treibeisfelder der Arktis, seien aufgrund des
Klimawandels bereits deutlich geschrumpft. Folge seien eine schwächere
Konstitution der Alttiere und eine erhöhte Sterblichkeit
ihrer Jungen.
Die Zahl der Eisbären (Ursus
maritimus) wird heute auf etwa 22.000 Tiere geschätzt, die
in 20 Populationen entlang des nördlichen Eismeers leben.
Während des Winterhalbjahrs halten die bis zu 500 Kilogramm
schweren und 2,7 Meter langen Tiere sich hauptsächlich auf
dem lockeren Treibeis am Rand der Eisdecke auf und machen Jagd
auf Robben. Im Sommerhalbjahr ziehen die meisten sich dagegen
auf festeren Grund zurück und bringen in Schneehöhlen
ihre Jungen zur Welt.
Stefan Norris und seine Kollegen
vom International Arctic Programme des WWF in Norwegen fassten
nun das heutige Wissen über die Eisbären und ihre Beeinflussung
durch menschliche Aktivitäten zusammen. Unter anderem zitieren
die Autoren den jüngsten Bericht des Intergovernmental Panel
on Climate Change (IPCC), der für die Arktis besonders ausgeprägte
Klimaveränderungen vorhersagt.
Dementsprechend sei die Ausdehnung
des Treibeises seit den 70er-Jahren um etwa drei Prozent gesunken,
das Eis schmelze im Frühling immer früher und bilde
sich im Herbst immer später. Computermodelle zeigten, dass
dieser Trend sich weiter fortsetzen werde.
Dadurch werde nicht nur die Jagdsaison
für die Eisbären verkürzt, auch der Lebensraum
ihrer Beutetiere schrumpfe. "Es gibt Hinweise darauf, dass
der Klimawandel bereits heute den Zustand der Eisbären in
der kanadischen Hudsonbai beeinflusst", so die Forscher.
Die Tiere kämen am Ende des Winterhalbjahrs mit immer weniger
Fettreserven an Land, was vor allem die Sterblichkeit der Jungtiere
in die Höhe treibe.
Weitere Faktoren seien einstürzende
Schneehöhlen aufgrund häufigerer Regenfälle, die
Ansammlung von organischen Schadstoffen im Gewebe der Tiere, Schwermetalle,
Ölverschmutzungen oder die Jagd auf die Bären und ihre
Beute.
"Vom Standpunkt des Artenschutzes
sind Eisbären in einer einzigartigen und günstigen Situation",
schreiben Norris und seine Kollegen. Die Zahl der Tiere und ihr
von Menschen weitgehend unbewohnter Verbreitungsraum seien seit
Beginn des Industriezeitalters kaum geschrumpft.
Aller Wahrscheinlichkeit nach
werden aber "die kombinierten Effekte des Klimawandels den
Fortpflanzungserfolg der Eisbären negativ beeinflussen und
so zu einem Rückgang der Gesamtpopulation führen. Diese
Effekte müssen im Kontext anderer Drücke gesehen werden,
denen die Art ausgesetzt ist."
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