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Korallen: Jede dritte Art lebt vor Madagaskar
Vor der nordwestlichen Küste
Madagaskars sind zwölf neue Korallen- und Fischarten entdeckt
worden. Der westliche Indischen Ozean beherbergt damit über
ein Drittel der weltweit bekannten Korallenarten.
(jkm) - Forscher von "Conservation
International" hatten die Region einer Art Bestandsaufnahme
unterzogen, weil der nördliche Teil des Indischen Ozeans
bisher kaum erforscht wurde.
Drei der entdeckten Arten sind
Fische aus der Familie der Pomacentridae, umgangssprachlich Korallen-
oder Riffbarsche genannt. Diese Familie umfasst bereits rund 350
Arten und gilt als gut erforscht. Dass trotzdem noch unbekannte
Pomacentridae gefunden werden konnten, hat die Forscher überrascht.
Sie identifizierten darüber hinaus neun neue Korallenarten.
"Die Insel Madagakar ist
für ihre große Artenvielfalt von Landlebewesen bekannt,
doch der marine Lebensraum ist ebenso kostbar und gefährdet",
weiß Sheila McKenna, Leiterin des Marine Rapid Assessment
Program (RAP). "Korallen sind genauso spanend wie die Lemuren
und verdienen die gleiche Aufmerksamkeit", findet die Forscherin.
Nach Abschluss ihrer 20-tägigen
Expedition bilanzierten die Wissenschaftler, im westlichen Indischen
Ozean gebe es insgesamt 340 Korallenarten. Damit beherbergt die
Region über ein Drittel der weltweit bekannten Arten.
Um diese Vielfalt zu erhalten,
müsse man mit der Bevölkerung vor Ort kooperieren, sagen
die Forscher. Rund drei Viertel der Küstenbewohner leben
vom Fischfang. Besorgt registrieren sie den Rückgang ihrer
Fänge. Vor Ort macht man vor allem fremde Fangflotten verantwortlich,
die den Fischschwärmen hinterher fahren und bis zu 80 Prozent
der potenziellen Fänge abschöpfen.
Dabei wird auch das zerstörerische
Dynamit-Fischen angewandt. Weil die fremden Fischer die wirtschaftliche
Basis der Region bedrohen, will jetzt auch die Regierung von Madagaskar
gegen den Raubbau auf See vorgehen.
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