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Jagd auf Babys im Bambus:
Wilderer
töteten zwei Berggorillas
Auf ihrer Jagd nach Jungtieren
haben Wilderer in Ruanda zwei Berggorillas getötet. Sie sollen
einem kriminellen Ring angehören, deren Ziel es sei, Baby-Gorillas
zu fangen und zu verkaufen.
Von Antje Passenheim, dpa
Nairobi (dpa) - Die Killer kamen
kurz vor Anbruch der Nacht. Auf ihrer Jagd nach Gorilla-Babys
im Dickicht der ruandischen Bergwälder töteten sie skrupellos.
Um mit einem Jungen zu entkommen, metzelten die Wilderer zwei
weibliche Tiere der vom Aussterben bedrohten Spezies nieder. Nach
dem ersten Fall von kommerzieller Gorilla-Wilderei in Ruanda seit
1985 sind die Behörden des ostafrikanischen Landes alarmiert.
«Wir gehen davon aus, dass
es sich um einen ganzen Wildererring handelt», sagte ein
Sprecher der Tourismusbehörde am Dienstag in der Hauptstadt
Kigali. Die Polizei verhöre derzeit zwei Männer. «Bei
der kleinen Population von Berggorillas, die uns noch erhalten
ist, ist der Verlust von zwei Tieren beträchtlich.»
In den Regenwäldern der
Virunga-Vulkanberge zwischen Ruanda, Uganda und Kongo lebt nach
Informationen des Dian Fossey Gorilla Fonds rund die Hälfte
der weltweit 650 Berggorillas. Etwa 300 weitere gibt es im ugandischen
Bwindi-Nationalpark.
Mithilfe des 1967 von der Primatenforscherin
Fossey gegründeten Karisoke Research Centres in der ruandischen
Ortschaft Ruhengeri und der strikten Regierung Ruandas konnte
die Wilderei dort in den letzten 17 Jahren eingedämmt werden.
Während der Verzehr von Primatenfleisch von Gabun bis Kongo
noch immer verbreitet ist, ist er in Ostafrika ein Tabu, ebenso
wie der Handel mit lebenden Gorillas oder Jagdtrophäen wie
Händen oder Füßen.
Gut ausgebildete, bewaffnete
Ranger sind zum Schutz der Wälder abgestellt. «Die
Ruander sind stolz auf den Bestand ihrer Giganten», sagt
der Vertreter der Tourismusbehörde. Tausende Besucher aus
aller Welt strömen jährlich in die Virunga-Berge, um
sie in Begleitung strenger Ranger einmal aus der Nähe zu
betrachten. Für eine Stunde bei den Gorillas zahlen sie umgerechnet
rund 250 Euro.
Doch die Bürgerkriege der
Region der großen Seen ließen nicht nur den Tourismus
einknicken, sondern stellen zusätzliche Gefahren für
den bedrohten Gorilla-Bestand dar. Während Milizkämpfer
die Wälder verunsichern, bedrohen die Bodenschatz-Plünderer
des Ostkongo den Gorillabestand mit ihren Koltan- und Kupferminen.
Tausende Hutu-Milizkämpfer,
die 1994 als Völkermörder aus Ruanda nach Kongo geflüchtet
waren, sind zudem in die ruandischen Wälder zurückgekehrt.
Durch ihre Ansiedlung im Lebensraum der Primaten richteten sie
bereits viel Zerstörung an.
Im vergangenen Jahr töteten
ausgehungerte Rebellen in den Virunga-Bergen zwei ausgewachsene
männliche Gorillas, um ihr Fleisch zu verzehren. Ein Kampfgefährte
war derart schockiert, dass er zur ruandischen Regierungsarmee
überlief. «Wie kann man nur einen alten Herren verspeisen?»
fragte Innocent Kaganga verstört. Er fürchtete, seine
Kumpanen könnten sich das nächste Mal ebenso über
ihn hermachen.
Ein anderer Gorilla wiederum verlor
sein Leben, weil er zur falschen Minute am falschen Ort saß.
Der Schütze hatte den Gorilla fälschlicherweise für
einen Guerilla gehalten.
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