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Fische: Schönheit im ultravioletten
Licht
Die wahre Attraktivität
des Guppy-Männchens entgeht dem menschlichen Blick. Das Fisch-Weibchen
aber kann ultraviolette Strahlung wahrnehmen und wählt ihren
Partner danach aus.
(jkm) - Wahrscheinlich verursacht
die Strahlung Reflexionen auf den Schuppen und steigert so die
Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts, vermuten britische Forscher.
Elizabeth J. Smith und ihr Team von der Universität Bristol
hatten Guppys beobachtet, die unter der Wirkung von UV-Filtern
auf Partnersuche gehen mussten.
Die Weibchen zeigten ohne UV-Licht
deutlich weniger Interesse an ihren männlichen Artgenossen,
berichten die Forscher im Fachmagazin "Behavioral Ecology".
Die Weibchen selbst büßten aber offenbar aus Sicht
der Männchen nichts an Attraktivität ein.
Das mexikanische Forscher-Duo
Constantino Macías Garcia und Theresa Burt de Perera wies
parallele Effekte bei einem südamerikanischen Kärpfling
(Girardinichthys multiradiatus) nach: In den Freilandversuchen
der Forscher durfte sich eine Gruppe von Fischmännchen den
potenziellen Partnerinnen ungefiltert präsentieren.
Die andere Gruppe wurde mit einem
UV-filterndem Gel eingerieben, schreiben die Forscher in "Behavioral
Ecology and Sociobiology". Das Interesse der Kärpfling-Weibchen
am anderen Geschlecht sank deutlich, wenn die Partner nicht ungefiltert
leuchten durften. Nur bei jenen Populationen, die sowieso in Gewässern
ohne große UV-Einstrahlung lebten, blieb der Einsatz des
Gels ohne Wirkung.
Das Licht habe wohl eine größere
Bedeutung für die Trennung der Arten als bisher gedacht,
bilanzieren die Forscher. Die Entdeckung könnte auch beim
Naturschutz eine Rolle spielen: Wer die biologische Vielfalt in
Gewässern erhalten will muss lernen, den Lebensraum aus der
Perspektive der Fische zu betrachten.
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