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Po'ouli: Letztes Vogelpaar verpasst Rendezvous
Die letzten drei Exemplare
einer vom Aussterben bedrohten Vogelart wollten Vogelkundler auf
Maui miteinander bekannt machen. Doch der Honeymoon auf der Tropeninsel
schlug - vorerst - fehl.
(jkm) - Der Po'ouli ist der wohl
einsamste Vogel der Welt. Auf der Hawaii-Insel Maui leben noch
genau drei Exemplare, zwei Weibchen und ein Männchen. Doch
die den Finken ähnlichen Vögel leben zu weit auseinander,
um sich zu kennen oder gar zu paaren. Jetzt sind auch noch Vermittlungsversuche
von Vogelkundlern fehlgeschlagen.
Jim Groombridge und seine Kollegen
vom Maui Forest Bird Recovery Project hatten die Idee, das Männchen
mit einem der letzten beiden Weibchen bekannt zu machen. Doch
während sie eines der Weibchen fangen konnten, ließ
sich der männliche Po'ouli (Melamprosops phaeosoma) nicht
erwischen. Deshalb setzten die Forscher das Weibchen abends im
Revier des Männchens aus.
Leider haben sich die beiden verpasst,
berichtet jetzt die Online-Ausgabe des Magazins "Nature".
Gegen Mittag des nächsten Tages sei das Weibchen schon wieder
auf dem Rückflug ins eigene Revier gewesen.
"Das ist natürlich enttäuschend",
kommentiert Groombridge, "aber das Scheitern war keine Überraschung."
Maui ist ein rauer Lebensraum, der regelmäßig von heftigen
Winden und starken Regenfällen heimgesucht wird.
Trotzdem geben die Forscher die
Hoffnung auf Po'ouli-Nachwuchs noch nicht auf. Als positiv sei
zu bewerten, dass das Weibchen die Gefangenschaft gut ertragen
habe. Die Forscher haben jetzt zehn Tage Zeit, den Vogel wieder
aufzuspüren: Solange verrät ein kleiner Sender im Gefieder
den Standort des Weibchens.
Entdeckt wurde der seltene Vogel
erst im Jahr 1973. Damals gab es noch rund 200 Po'oulis. Doch
alle Anstrengungen, den Vogel zu schützen, schlugen fehl.
Das letzte Po'ouli-Küken schlüpfte im Jahr 1996. Seitdem
ging die Population stetig zurück.
Der Lebensraum des Vogels wurde
zu stark eingeschränkt, zudem machten ihm Ratten und Katzen
sowie die Vogel-Malaria zu schaffen. Der Po'ouli gehört zur
Gruppe der so genannten Honeycreepers, die es nur auf Haiwaii
gibt. Sechs Arten stehen vor dem Aussterben.
"Die letzte Chance ist, die
drei Vögel zu fangen und sie dann im Gehege Nachwuchs zeugen
zu lassen", rät Richard Thomas von der Naturschutzorganisation
BirdLife International in Cambridge. Die Aufzucht bedrohter Bestände
sei schon mit anderen Arten gelungen, der Po'ouli sei deshalb
noch nicht unbedingt zum Aussterben verdammt.
Groombridge und seine Kollegen
befürchten allerdings, die letzten drei Exemplare könnten
für eine Elternschaft bald zu alt sein. Deshalb müssen
sie sich beeilen, dem Trio ein behagliches Heim einzurichten.
Mit etwas Glück zeugen die Vögel 2003 Nachwuchs. Für
dieses Jahr ist die Brut-Saison jedenfalls vorüber.
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