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Insekten: Weniger Arten als gedacht
Bislang gingen Biologen davon
aus, dass es auf der Erde bis zu 31 Millionen verschiedene Insektenarten
gibt. Diese Zahl könnte jedoch deutlich zu hoch gegriffen
sein.
(jkm) - Millionen Arten von Insekten
bevölkern die Erde. Wie viele es genau sind, kann niemand
sagen, denn die Mehrheit der Krabbler ist noch unentdeckt. Bisher
spekulierten Biologen, es könne bis zu 31 Millionen Arten
geben. Doch diese Schätzung könnte zu hoch angesetzt
sein. Vermutlich gebe es höchstens sechs Millionen Insektenarten,
schreibt ein internationales Forscherteam im Magazin "Nature".
Die Wissenschaftler aus der Tschechischen
Republik, den USA und Panama hatten acht Jahre lang in den Regenwäldern
New Guineas geforscht. Sie untersuchten, ob die tropischen Pflanzen
eher von spezialisierten Insekten oder Generalisten gefressen
werden, die es mit dem Futter nicht so genau nehmen. Bisher gingen
die Insektenforscher davon aus, dass es überwiegend spezialisierte
Arten gebe, die auf wenige Futterpflanzen angewiesen sind.
Die Überprüfung von
900 Arten, die an 51 verschiedenen Pflanzen knabbern, ergibt jetzt
ein neues Bild. Demnach machen sich die meisten Insekten über
gleich mehrere Pflanzen her, wobei in der Regel miteinander verwandtes
Grün bevorzugt wird.
Nur sehr wenige Spezialisten
"Während man bisher
annahm, dass sich die Vorlieben unterschiedlicher Insekten nur
selten überschneiden, haben wir jetzt entdeckt, dass die
meisten Arten ihre Futterpflanze mit vielen anderen Arten teilen",
berichtet George D. Weiblen von der University of Minnesota, "es
gibt nur sehr wenige Spezialisten unter den tropischen pflanzenfressenden
Insekten."
Die Neubewertung hat Konsequenzen,
denn die Insekten- Schätzung ist eng an die Menge der Pflanzenarten
gebunden. Wenn die Insekten tatsächlich weniger spezialisiert
seien als gedacht, betrage ihre Gesamtzahl wohl "nur"
4,8 bis 6 Millionen Arten, schreiben die Forscher.
Für Biologen gibt es trotzdem
noch genug zu tun. Trifft die neue Schätzung zu, warten immer
noch zwei von drei Arten auf ihren Entdecker.
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