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- 24.04.2002 -


 

Meere: Müll als Transportmittel für tierische Invasoren

Im Meer treibender Zivilisationsmüll wird von zahlreichen Arten als Transportmittel benutzt, berichtet ein irischer Zoologe. Besonders für die empfindlichen Ökosysteme der Polargebiete könnten die eingeschleppten Arten eine Gefahr darstellen.

(jkm) - Vor allem Moostierchen und Entenmuscheln siedeln sich demnach bereitwillig auf Plastikabfällen an und treiben darauf neuen Lebensräumen entgegen. Vor allem für die Polargebiete könnte die Ankunft der fremden Arten verheerend sein.

David Barnes von der Cork College University und vom British Antarctic Survey untersuchte Treibgut, das an den Küsten von 30 Inseln angespült worden war. Das geographische Gebiet reichte von Spitzbergen im Nordpolarmeer über die Azoren bis zu Signey Island vor der antarktischen Halbinsel.

Menschliche Abfälle, vor allem Plastikmüll aus der Fischerei, machten 20 bis 80 Prozent des Treibguts aus. Zwar wird in südlichen Breiten mit ihrer spärlichen menschlichen Besiedlung insgesamt nur wenig Treibgut menschlichen Ursprungs angespült, berichtet der Forscher im Magazin "Nature". Da es dort aber auch nur wenige Wälder und damit natürliches Treibgut gibt, fällt der relative menschliche Beitrag in dieser Zone besonders hoch aus.

Vor allem zwischen 60 Grad nördlicher und südlicher Breite dient das Treibgut als Siedlungsgrundlage für Vertreter aus zahlreichen Tiergruppen, berichtet Barnes. Darunter waren Moostierchen, Krebse aus der Gruppe der Entenmuscheln und Seepocken, Polypen sowie Schnecken und Muscheln nutzen die Mitfahrgelegenheiten. Und vor allem bei Arten ohne spezielle Verbreitungsstadien oder mit nur kurzlebigen Larven könnten die Treibgutstücke entscheidend zur Ausbreitung beitragen, glaubt der Forscher.

Seinen Berechnungen zufolge hat der Zivilisationsmüll das Ausbreitungspotenzial insgesamt mehr als verdoppelt, in arktischen und antarktischen Breiten sogar verdreifacht. Gerade für die alten und empfindlichen Lebensgemeinschaften der Antarktis könnten die auf den künstlichen Flößen eingeschleppten Arten eine Gefahr darstellen.

Noch werde ihr Eindringen durch niedrige Temperaturen und Seeeis behindert. Klimamodelle sagen jedoch voraus, dass die Temperaturen im südlichen Ozean in den nächsten einhundert Jahren um zwei Grad Celsius ansteigen werden.

"Manche der in der Antarktis einheimischen Meeresbewohner scheinen selbst auf kleine Temperaturänderungen sehr empfindlich zu reagieren", erläutert Barnes. "Wenn fremde Arten in die Region gelangen, können sie diese Ökosysteme drastisch und unwiderruflich verändern."

 Mehr Informationen:

British Antarctic Survey

vista verde: Meere und Ozeane

 

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