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Antarktis: Eisschollen stören Meeresfauna
Meldungen über riesige
Eisabbrüche in der Antarktis gingen vor wenigen Wochen um
die Welt. Wie sich die treibenden Eismassen auf das antarktische
Ökosystem auswirken, haben Wissenschaftler jetzt untersucht.
(jkm) - Erst im letzten März
lösten sich wieder große Schollen aus dem antarktischen
Eisschelf. Spektakuläre Satellitenbilder gingen um die Welt
und kündeten von dem gigantischen Volumen der treibenden
Eisbrocken.
Die Satellitenbilder können
auch zeigen, wie sich das Eis auf die Ökosysteme der Antarktis
auswirkt. Dies berichten US-Forscher, die aus den Aufnahmen des
Jahres 2000 die Bildung von Phytoplankton erechnet haben.
Mit gleich drei Satelliten beobachteten
Forscher der Stanford University den Eisberg B-15, der sich schon
im Frühjahr 2000 aus dem Ross-Eisschelf gelöst hatte.
Innerhalb weniger Monate zerfiel er in kleinere Teile, die eine
Art Damm vor der antarktischen Küste bildeten. Tausende Quadratkilometer
Eisschmelze wurden so daran gehindert, ins Ross Meer abzufließen.
Dadurch war das eigentlich frei
liegende Meer zwischen November 2000 und März 2001 mit Eis
bedeckt. Die Folgen: Im sich anschließenden Frühling
und Sommer blieb die wichtige Algenblüte aus, die am Anfang
der antarktischen Nahrungskette steht.

© NASA/Goddard
Space Flight Center
Plankton-Blüte 1998,
1999 und 2000, jeweils im Dezember (von links). Rot die
Gebiete mit größtem, blau die Regionen mit
sehr niedrigem Phytoplankton-Bestand.
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Das gesamte Ökosystem hängt
vom Phytoplankton ab, das dem Krill als Nahrung dient. Diese Krebstierchen
wiederum werden von Fischen, Seelöwen, Walen und Pinguinen
gefressen.
Weil dem Phytoplankton das offene
Wasser fehlte, gingen seine Bestände um 40 Prozent zurück,
errechneten die Forscher anhand der Satellitenbilder. Aus den
Aufnahmen lassen sich Wassertemperatur und Lichtverhältnisse
unter Wasser ablesen - Faktoren, die die Plankton-Bildung steuern.
Die Folgen beschreiben die Wissenschaftler
in den "Geophysical Research Letters": Weil die Pinguine
weiter hinaus schwimmen mussten, um Nahrung zu finden, vernachlässigten
sie ihre Nester. Viele Eier konnten nicht ausgebrütet werden;
schlüpfte der Nachwuchs, starb er meist an Hunger und Kälte.
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