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- 24.04.2002 -

 

 

Antarktis: Eisschollen stören Meeresfauna

Meldungen über riesige Eisabbrüche in der Antarktis gingen vor wenigen Wochen um die Welt. Wie sich die treibenden Eismassen auf das antarktische Ökosystem auswirken, haben Wissenschaftler jetzt untersucht.

(jkm) - Erst im letzten März lösten sich wieder große Schollen aus dem antarktischen Eisschelf. Spektakuläre Satellitenbilder gingen um die Welt und kündeten von dem gigantischen Volumen der treibenden Eisbrocken.

Die Satellitenbilder können auch zeigen, wie sich das Eis auf die Ökosysteme der Antarktis auswirkt. Dies berichten US-Forscher, die aus den Aufnahmen des Jahres 2000 die Bildung von Phytoplankton erechnet haben.

Mit gleich drei Satelliten beobachteten Forscher der Stanford University den Eisberg B-15, der sich schon im Frühjahr 2000 aus dem Ross-Eisschelf gelöst hatte. Innerhalb weniger Monate zerfiel er in kleinere Teile, die eine Art Damm vor der antarktischen Küste bildeten. Tausende Quadratkilometer Eisschmelze wurden so daran gehindert, ins Ross Meer abzufließen.

Dadurch war das eigentlich frei liegende Meer zwischen November 2000 und März 2001 mit Eis bedeckt. Die Folgen: Im sich anschließenden Frühling und Sommer blieb die wichtige Algenblüte aus, die am Anfang der antarktischen Nahrungskette steht.

 


©
NASA/Goddard Space Flight Center

Plankton-Blüte 1998, 1999 und 2000, jeweils im Dezember (von links). Rot die Gebiete mit größtem, blau die Regionen mit sehr niedrigem Phytoplankton-Bestand.

 

Das gesamte Ökosystem hängt vom Phytoplankton ab, das dem Krill als Nahrung dient. Diese Krebstierchen wiederum werden von Fischen, Seelöwen, Walen und Pinguinen gefressen.

Weil dem Phytoplankton das offene Wasser fehlte, gingen seine Bestände um 40 Prozent zurück, errechneten die Forscher anhand der Satellitenbilder. Aus den Aufnahmen lassen sich Wassertemperatur und Lichtverhältnisse unter Wasser ablesen - Faktoren, die die Plankton-Bildung steuern.

Die Folgen beschreiben die Wissenschaftler in den "Geophysical Research Letters": Weil die Pinguine weiter hinaus schwimmen mussten, um Nahrung zu finden, vernachlässigten sie ihre Nester. Viele Eier konnten nicht ausgebrütet werden; schlüpfte der Nachwuchs, starb er meist an Hunger und Kälte.

 Mehr Informationen:

NASA

National Science Foundation: Polar Program

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

vista verde: Meere und Ozeane

 

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