|
Protest in Brüssel: Chemikalien-Test
an Tieren geplant
Tierschützer wollen am
Internationalen Tag des Versuchstieres (24. April) mit 500.000
Unterschriften gegen ein Chemikalien-Test-Programm der Europäischen
Union protestieren.
Aachen (dpa) - Nach Planungen
der EU sollten 30.000 Substanzen wie Schmieröl, Textilfarbe,
Pestizide und Holzschutzmittel in den kommenden Jahren auf ihre
Giftigkeit an 50 Millionen Tieren getestet werden, teilte der
Bundesverband der Tierversuchsgegner am Montag in Aachen mit.
In dem Programm sollten Chemikalien
untersucht werden, die vor 1981 auf den Markt gekommen und unzureichend
geprüft worden seien, sagte eine Sprecherin des Bundesverbandes.
Versuchstiere seien vor allem Mäuse, Ratten, aber auch Kaninchen,
Hunde und Affen.
Die Chemikalien würden den
Tieren in den Magen gepumpt, in die Augen geträufelt oder
auf die geschorene Haut gerieben. Die Tierversuchsgegner betonen,
dass die Giftigkeit der Stoffe auch in Versuchen mit Zellkulturen
nachgewiesen werden könne.
Die Ergebnisse von Tierversuchen
seien ohnehin nur eingeschränkt auf den Menschen übertragbar.
Dem Bundesverband der Tierversuchsgegner gehören nach eigenen
Angaben 90 Vereine mit 80.000 Mitgliedern an.
Der Verein Ärzte gegen Tierversuche
(Frankfurt/Main) forderte, den Einsatz von Reagenzglas-Versuchen
massiv zu fördern: Mit isolierten Zellen und im Labor gezüchteten
Geweben, mit Computersystemen und mit anderen schmerzfreien Systemen
könnten zuverlässigere Aussagen als mit Tierversuchen
getroffen werden.
Allein in Deutschland seien im
Jahr 2000 mehr als 1,8 Millionen Tiere im Labor gequält und
getötet worden. Mehr als 5000 davon seien Hunde gewesen.
Der Vereinigung gehören nach eigenen Angaben etwa 300 Ärzte,
Zahnärzte, Tierärzte, Naturwissenschaftler und Psychologen
an.
|