vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   T i e r e

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 19.04.2002 -


 

Amphibien: Parasit begünstigt Missbildungen

In den letzten Jahren ermittelten amerikanische Biologen eine steigende Zahl von Missbildungen bei Fröschen, Kröten und anderen Amphibien. Eine neue Studie von Ökologen und Biologen macht jetzt einen Parasiten für die Deformierungen verantwortlich.

(jkm) - Bei dem beschuldigten Parasiten Ribeiroia Ondatrae handelt es sich um einen so genannten Trematoden. Diese Würmer waren ursprünglich Schneckenparasiten. Nach Aufkommen der Wirbeltiere passten sie sich aber in zahlreichen Variationen den unterschiedlichsten Wirten an. Pieter Johnson und seine Kollegen konnten den unerwünschten Untermieter jetzt in zahlreichen US- Bundesstaaten aufspüren.

Wie die Forscher im Fachblatt "Ecological Monographs" schreiben, untersuchten sie in Kalifornien, Oregon, Washington, Idaho und Montana gezielt über 12.000 Amphibien auf Missbildungen. Das Auftreten von Deformationen wurde mit einer Reihe ökologischer Faktoren abgeglichen. Berücksichtigt wurden unter anderem Wasserqualität, Pestizid-Belastungen und das Vorkommen von Parasiten.

Während man keine Hinweise gefunden habe, dass Pestizide die Auslöser der Missbildungen sein könnten, hätte sich ein Zusammenhang zur Verbreitung des parasitären Wurms Ribeiroia ergeben, schreiben die Forscher.

"Aus der Gegenwart dieses Parasiten lassen sich sehr verlässliche Vorhersagen über die Missbildungsrate ableiten. Je stärker eine amphibische Population mit Ribeiroia infiziert war, um so häufiger fanden wir deformierte Gliedmaßen", so Johnson. Im Vergleich zu Ribeiroia-freien Gewässern habe die Rate teilweise um das Sechsfache höher gelegen.

Der Wurm Ribeiroia Ondatrae vermehrt sich nicht direkt in Amphibien; er wartet, bis die Tiere von Vögeln oder kleinen Säugern gefressen werden. Erst im Körper dieser Wirte erreicht der Parasit die Geschlechtsreife und scheidet seine Eier mit der Kot der Tiere aus.

Die geschlüpften Larven dringen in das Gewebe der Wasserschnecke Planorbella ein und warten dort wiederum darauf, dass ihr Zwischenwirt einer Amphibie zum Opfer fällt. Das Vorkommen der Schnecken sei deshalb indirekt ein wichtiger Indikator für die Verbreitung des Parasiten, schreiben die Forscher.

Begünstigt wird die Ausbreitung der Schnecken durch menschliche Eingriffe in die Natur: Planorbella tritt in natur-belassenen Feuchtgebieten seltener auf als in überdüngten Gewässern im Umfeld landwirtschaftlich genutzter Flächen.

Die Forscher verweisen auf eine fatale Kettenreaktion: Dünger aus der Landwirtschaft führe zu mehr Schnecken, mehr Schnecken zu mehr Parasiten und dies letztendlich zu mehr Missbildungen bei Amphibien.

 Mehr Informationen:

The Ecological Society of America

NABU: Amphibien- und Reptilienschutz

vista verde:
Amphibien
Umweltgifte

 

 Lesen Sie auch:

Herbizid schädigt Frosch-Männchen

Stadtfrösche: Besser mehr kleinere Eier

TPT: Fungizid schädigt Immunsystem

Viren: Massensterben britischer Frösche

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung