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Amphibien: Parasit begünstigt Missbildungen
In den letzten Jahren ermittelten
amerikanische Biologen eine steigende Zahl von Missbildungen bei
Fröschen, Kröten und anderen Amphibien. Eine neue Studie
von Ökologen und Biologen macht jetzt einen Parasiten für
die Deformierungen verantwortlich.
(jkm) - Bei dem beschuldigten
Parasiten Ribeiroia Ondatrae handelt es sich um einen so genannten
Trematoden. Diese Würmer waren ursprünglich Schneckenparasiten.
Nach Aufkommen der Wirbeltiere passten sie sich aber in zahlreichen
Variationen den unterschiedlichsten Wirten an. Pieter Johnson
und seine Kollegen konnten den unerwünschten Untermieter
jetzt in zahlreichen US- Bundesstaaten aufspüren.
Wie die Forscher im Fachblatt
"Ecological Monographs" schreiben, untersuchten sie
in Kalifornien, Oregon, Washington, Idaho und Montana gezielt
über 12.000 Amphibien auf Missbildungen. Das Auftreten von
Deformationen wurde mit einer Reihe ökologischer Faktoren
abgeglichen. Berücksichtigt wurden unter anderem Wasserqualität,
Pestizid-Belastungen und das Vorkommen von Parasiten.
Während man keine Hinweise
gefunden habe, dass Pestizide die Auslöser der Missbildungen
sein könnten, hätte sich ein Zusammenhang zur Verbreitung
des parasitären Wurms Ribeiroia ergeben, schreiben die Forscher.
"Aus der Gegenwart dieses
Parasiten lassen sich sehr verlässliche Vorhersagen über
die Missbildungsrate ableiten. Je stärker eine amphibische
Population mit Ribeiroia infiziert war, um so häufiger fanden
wir deformierte Gliedmaßen", so Johnson. Im Vergleich
zu Ribeiroia-freien Gewässern habe die Rate teilweise um
das Sechsfache höher gelegen.
Der Wurm Ribeiroia Ondatrae vermehrt
sich nicht direkt in Amphibien; er wartet, bis die Tiere von Vögeln
oder kleinen Säugern gefressen werden. Erst im Körper
dieser Wirte erreicht der Parasit die Geschlechtsreife und scheidet
seine Eier mit der Kot der Tiere aus.
Die geschlüpften Larven dringen
in das Gewebe der Wasserschnecke Planorbella ein und warten dort
wiederum darauf, dass ihr Zwischenwirt einer Amphibie zum Opfer
fällt. Das Vorkommen der Schnecken sei deshalb indirekt ein
wichtiger Indikator für die Verbreitung des Parasiten, schreiben
die Forscher.
Begünstigt wird die Ausbreitung
der Schnecken durch menschliche Eingriffe in die Natur: Planorbella
tritt in natur-belassenen Feuchtgebieten seltener auf als in überdüngten
Gewässern im Umfeld landwirtschaftlich genutzter Flächen.
Die Forscher verweisen auf eine
fatale Kettenreaktion: Dünger aus der Landwirtschaft führe
zu mehr Schnecken, mehr Schnecken zu mehr Parasiten und dies letztendlich
zu mehr Missbildungen bei Amphibien.
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