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Lachse: Bestände schwanken mit
dem Klima
Nicht nur die Fischerei dezimiert
die pazifischen Lachs-Bestände. Die Zahl der Fische hängt
auch stark von natürlichen Temperaturschwankungen ab.
(jkm) - Amerikanische und kanadische
Forscher haben diesen Zusammenhang jetzt nachgewiesen. Sie konnten
2.200 Jahre weit in die Geschichte der Lachse zurückblicken.
Die Forscher aus Fairbanks und
Ontario analysierten Ablagerungen in Flüssen auf der Kodiakinsel
vor Alaska. Dorthin kommen die Lachsschwärme seit Jahrtausenden
zum Laichen. Auf Kodiak schlüpft der Nachwuchs und sterben
die alten Tiere. Ihre Überreste reichern den Grund der Flüsse
mit Stickstoff aus dem Pazifik an.
Indem die Forscher Bohrkerne aus
den Flussbetten unter die Lupe nahmen und die Höhe der Stickstoff-Ablagerungen
errechneten, konnten sie das Leben und Sterben der Lachse in den
letzten 2.200 Jahre rekonstruieren. Demnach ging der Bestand von
100 v.Chr. bis 800 n.Chr. deutlich zurück.
Es gibt Hinweise, dass der pazifische
Ozean in dieser Epoche von warmen Strömungen geprägt
wurde. Um das Jahr 1200 stieg der Lachs-Bestand wieder stark an
- parallel zu einer klimatischen Abkühlung, die in Alaska
und Kanada nachweisbar ist, schreiben die Forscher im Magazin
"Nature".
Die Zahl der Lachse ging erst
wieder im Jahr 1900 zurück, als der Mensch die Fischerei
im nördlichen Pazifik intensivierte und sich leicht wärmere
Meeresströme durchsetzten.
Klimaschwankungen erreichen den
Lachs auf Umwegen über das Plankton. Diese im Meer schwebenden
Organismen entwickeln sich in starker Abhängigkeit von Strömung,
Wassertemperatur und Sonnenlicht. Weniger Plankton bedeutet automatisch
weniger Lachs, weil dieser neben Flohkrebsen und kleinen Fischen
bevorzugt Plankton frisst.
"Die Lachs-Populationen können
für Jahrhunderte auf sehr niedrigem Niveau verharren, um
dann plötzlich für hunderte von Jahren in die Höhe
zu schießen", weiß Irene Gregory-Eaves von der
Queen's University, in Kingston, Ontario.
Dass die Lachs- Bestände
starke Schwankungen durchgemacht haben müssen, ließen
bereits archäologische Spuren vermuten: In Zeiten, in denen
sich der Fisch rar machte, wichen die Ureinwohner Alaskas auf
den Seehund- und Walfang aus. Mit der Rückkehr des Lachses
ab 1200 erlebten auch die von ihm abhängigen Menschen eine
Blütezeit.
Die Forscher schränken selbst
ein, der Rückblick auf "nur" 2.200 Jahre sei eigentlich
zu kurz, um langfristige Entwicklungen der Meeresfauna abzuschätzen.
Sie hoffen aber trotzdem, mit Hilfe der neuen Erkenntnisse Prognosen
erstellen zu können, wie sich der globale Klimawandel auf
den Lachs auswirken werde.
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