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- 18.04.2002 -


 

Lachse: Bestände schwanken mit dem Klima

Nicht nur die Fischerei dezimiert die pazifischen Lachs-Bestände. Die Zahl der Fische hängt auch stark von natürlichen Temperaturschwankungen ab.

(jkm) - Amerikanische und kanadische Forscher haben diesen Zusammenhang jetzt nachgewiesen. Sie konnten 2.200 Jahre weit in die Geschichte der Lachse zurückblicken.

Die Forscher aus Fairbanks und Ontario analysierten Ablagerungen in Flüssen auf der Kodiakinsel vor Alaska. Dorthin kommen die Lachsschwärme seit Jahrtausenden zum Laichen. Auf Kodiak schlüpft der Nachwuchs und sterben die alten Tiere. Ihre Überreste reichern den Grund der Flüsse mit Stickstoff aus dem Pazifik an.

Indem die Forscher Bohrkerne aus den Flussbetten unter die Lupe nahmen und die Höhe der Stickstoff-Ablagerungen errechneten, konnten sie das Leben und Sterben der Lachse in den letzten 2.200 Jahre rekonstruieren. Demnach ging der Bestand von 100 v.Chr. bis 800 n.Chr. deutlich zurück.

Es gibt Hinweise, dass der pazifische Ozean in dieser Epoche von warmen Strömungen geprägt wurde. Um das Jahr 1200 stieg der Lachs-Bestand wieder stark an - parallel zu einer klimatischen Abkühlung, die in Alaska und Kanada nachweisbar ist, schreiben die Forscher im Magazin "Nature".

Die Zahl der Lachse ging erst wieder im Jahr 1900 zurück, als der Mensch die Fischerei im nördlichen Pazifik intensivierte und sich leicht wärmere Meeresströme durchsetzten.

Klimaschwankungen erreichen den Lachs auf Umwegen über das Plankton. Diese im Meer schwebenden Organismen entwickeln sich in starker Abhängigkeit von Strömung, Wassertemperatur und Sonnenlicht. Weniger Plankton bedeutet automatisch weniger Lachs, weil dieser neben Flohkrebsen und kleinen Fischen bevorzugt Plankton frisst.

"Die Lachs-Populationen können für Jahrhunderte auf sehr niedrigem Niveau verharren, um dann plötzlich für hunderte von Jahren in die Höhe zu schießen", weiß Irene Gregory-Eaves von der Queen's University, in Kingston, Ontario.

Dass die Lachs- Bestände starke Schwankungen durchgemacht haben müssen, ließen bereits archäologische Spuren vermuten: In Zeiten, in denen sich der Fisch rar machte, wichen die Ureinwohner Alaskas auf den Seehund- und Walfang aus. Mit der Rückkehr des Lachses ab 1200 erlebten auch die von ihm abhängigen Menschen eine Blütezeit.

Die Forscher schränken selbst ein, der Rückblick auf "nur" 2.200 Jahre sei eigentlich zu kurz, um langfristige Entwicklungen der Meeresfauna abzuschätzen. Sie hoffen aber trotzdem, mit Hilfe der neuen Erkenntnisse Prognosen erstellen zu können, wie sich der globale Klimawandel auf den Lachs auswirken werde.

 Mehr Informationen:

Lebenszyklus der Lachse

RiverNet: Der Lachs im Web

 

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