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Frösche: Herbizid schädigt
Männchen
Das weltweit eingesetzte Herbizid
Atrazin verweiblicht männliche Frösche - auch wenn die
Konzentrationen niedriger liegen als die erlaubten Grenzwerte.
(jkm) - Weltweit schwindet die
Zahl der Frösche. Die Ursachen sind nur teilweise bekannt.
Jetzt haben amerikanische Biologen neue Hinweise gefunden, wie
der Mensch den Fröschen das Leben schwer macht: Das weltweit
eingesetzte Herbizid Atrazin verweiblicht männliche Frösche,
fand Tyrone Hayes von der University of California, Berkeley,
heraus.
In den Laborversuchen der Forscher
machte Atrazin 16 Prozent der Kaulquappen zu Zwittern. An Frosch-Nachwuchs,
der in unbelastetem Wasser aufwuchs, wurden dagegen keine Tiere
mit zwei Geschlechtern gefunden.
Bei erwachsenen Männchen
drückte der Wirkstoff zudem den Testosteron-Spiegel. In den
betroffenen Männchen waren sogar weniger männliche Sexualhormone
nachweisbar als bei den weiblichen Artgenossen.
Man habe bei den Laborversuchen
nur mit Herbizid-Mengen experimentiert, die auch in der freien
Umwelt auftreten können, betont Hayes in seinem Beitrag für
die Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy
of Sciences". Die Konzentrationen hätten 30 mal niedriger
gelegen als die in der Landwirtschaft erlaubten Grenzwerte.
Atrazin wird seit rund 40 Jahren
eingesetzt, um Wildkräuter auf landwirtschaftlichen Flächen
abzutöten. Der Wirkstoff hemmt der Photosynthese der Pflanzen.
Er wird zur Zeit noch in über 80 Ländern unter anderem
auf Mais, Sojabohnen und Hirse ausgebracht.
In Deutschland und einigen anderen
europäischen Ländern ist der Einsatz des Herbizids in
den 90er Jahren verboten worden. Seitdem ist zwar eine Abnahme
der Belastung zu verzeichnen, die Chemikalie wird aber laut Umweltbundesamt
auch heute noch gefunden.
Die höchsten Belastungen
liegen demnach im Einzugsgebiet der Mosel vor. Die Quellen könnten
in Frankreich liegen, so das Berliner Amt. Auffällige Befunde
wurden allerdings auch in der Ruhr festgestellt.
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