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Argentinische Ameisen erobern Europa
Entlang der Mittelmeerküste
haben Forscher eine riesige Kolonie argentinischer Ameisen entdeckt
- auf einer Fläche von rund 6.000 Kilometern. Die ursprünglich
dort vorkommenden Arten sind inzwischen fast vollkommen verschwunden.
(jkm) - Einigkeit macht stark.
Diese Erkenntnis gilt besonders für Insektenvölker.
Bei argentinischen Ameisen zeigt sich die Einigkeit darin, dass
sie auf Artgenossen verwandter Kolonien äußerst friedfertig
reagieren. Mit dieser Taktik haben sie sich die Mittelmeer-Region
auf rund 6.000 Kilometern Fläche erobert. Schweizer Biologen
sprechen jetzt von einer einzigen großen "Superkolonie".
Die Biologen um Laurent Keller
von der Universität Lausanne hatten im gesamten Mittelmeerraum
argentinische Ameisen (Linepithema humile) eingesammelt. In ihrem
Labor ließen sie dann Tiere aus dem Nordwesten Italiens,
der französischen Südküste, der iberischen Halbinsel
und dem Nordwesten Spaniens auf einander los. Doch was bei den
Ameisen in Argentinien zu tödlichen Auseinandersetzungen
führt, ließ die friedlichen europäischen Verwandten
nicht aus der Ruhe kommen.
Damit bestätigten die Forscher
für Europa, was vor zwei Jahren schon US-Biologen für
Nordamerika ermittelt hatten: Die argentinischen Einwanderer verstehen
sich als eine große Familie, angegriffen werden nur andere
Arten. Mit diesem Vorgehen sind die Insekten so erfolgreich, dass
die ursprünglich im Mittelmeerraum vorkommenden Arten inzwischen
fast vollkommen verschwunden sind.
Die Biologen vermuten, dass sich
die argentinischen Ameisen genetisch stärker ähneln
als dies bei anderen Arten der Fall ist. Treffen sie auf eine
Kolonie von Artgenossen, nehmen sie deren Geruch offenbar als
den eigenen wahr. Wie den Invasoren, die wohl in den letzten 20er
Jahren zufällig per Schiff einreisten, begegnet werden könnte,
ist unklar.
Vor zwei Jahren hatte Neil Tsutsui
von der University of California mit Blick auf vergleichbare US-Verhältnisse
vorgeschlagen, "frische" Ameisenstämme aus Argentinien
zu importieren. Dort ist die genetische Verwandtschaft weniger
stark ausgeprägt; einzelne Völker kämpfen um jeden
Meter Boden und halten sich so gegenseitig in Schach.
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