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- 15.04.2002 -

 

 

 

 

 


 

Stadtfrösche: Besser mehr kleinere Eier

Moskauer Frösche haben einen besonderen Weg gefunden, sich ihrer Großstadtumgebung anzupassen. Angesichts der Umweltverschmutzung und anderer Zivilisationsgefahren, legen die Tiere besonders viele, dafür aber kleinere Eier als ihre Artgenossen auf dem Land.

(jkm) - Elena Severtsova und ihre Kollegen von der Staatsuniversität Moskau studierten die Gelege von Grasfröschen (Rana temporaria) und Moorfröschen (Rana arvalis). Alljährlich im Frühling ermittelten die Biologen Anzahl und Größe der Gelege sowie Größe und Dottergehalt der Eier in mehreren Seen und Flüssen Moskaus, die in Parks oder in der Nähe von Autobahnen oder Raffinerien lagen. Als Vergleich diente Laich von Fröschen im 60 Kilometer außerhalb Moskaus gelegenen Vorort Zvenigorod.

Im Schnitt betrug der Eidurchmesser einen Millimeter, beobachteten die Forscher. Die Eier der Moskauer Frösche waren jedoch einige Zehntel Millimeter kleiner als die ihrer ländlichen Artgenossen. Dafür enthielten ihre Gelege mehrere Hundert Eier mehr.

Gleichzeitig blieb der Dotteranteil konstant, so dass die Embryos in jedem Fall genug Nahrung für die Entwicklung bis zur Kaulquappe hatten. Für den nächsten Entwicklungsschritt zum ausgewachsenen Frosch brauchten die Moskauer Kaulquappen dann jedoch deutlich länger. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur "Informnauka".

In den ölverschmutzten Gewässern nahe der Raffinerie starben 12 Prozent aller Embryonen noch vor dem Schlüpfen, fünfmal mehr als in dem relativ unbelasteten Gebiet vor den Toren der Stadt. Unter diesen Umständen ist es für die Frösche günstiger, kleinere, dafür aber mehr Eier zu legen, glauben Severtsova und ihre Kollegen.

Zudem scheinen die Amphibien noch weitere Überlebensstrategien entwickelt zu haben: Selbst zur Paarungszeit verhalten sie sich ausgesprochen ruhig und verteilen ihre Gelege zudem über größere Flächen.

 Mehr Informationen:

NABU Amphibien- und Reptilienschutz

vista verde: Amphibien und Reptilien

 

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