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Stadtfrösche: Besser mehr kleinere
Eier
Moskauer Frösche haben
einen besonderen Weg gefunden, sich ihrer Großstadtumgebung
anzupassen. Angesichts der Umweltverschmutzung und anderer Zivilisationsgefahren,
legen die Tiere besonders viele, dafür aber kleinere Eier
als ihre Artgenossen auf dem Land.
(jkm) - Elena Severtsova und ihre
Kollegen von der Staatsuniversität Moskau studierten die
Gelege von Grasfröschen (Rana temporaria) und Moorfröschen
(Rana arvalis). Alljährlich im Frühling ermittelten
die Biologen Anzahl und Größe der Gelege sowie Größe
und Dottergehalt der Eier in mehreren Seen und Flüssen Moskaus,
die in Parks oder in der Nähe von Autobahnen oder Raffinerien
lagen. Als Vergleich diente Laich von Fröschen im 60 Kilometer
außerhalb Moskaus gelegenen Vorort Zvenigorod.
Im Schnitt betrug der Eidurchmesser
einen Millimeter, beobachteten die Forscher. Die Eier der Moskauer
Frösche waren jedoch einige Zehntel Millimeter kleiner als
die ihrer ländlichen Artgenossen. Dafür enthielten ihre
Gelege mehrere Hundert Eier mehr.
Gleichzeitig blieb der Dotteranteil
konstant, so dass die Embryos in jedem Fall genug Nahrung für
die Entwicklung bis zur Kaulquappe hatten. Für den nächsten
Entwicklungsschritt zum ausgewachsenen Frosch brauchten die Moskauer
Kaulquappen dann jedoch deutlich länger. Das berichtet die
russische Nachrichtenagentur "Informnauka".
In den ölverschmutzten Gewässern
nahe der Raffinerie starben 12 Prozent aller Embryonen noch vor
dem Schlüpfen, fünfmal mehr als in dem relativ unbelasteten
Gebiet vor den Toren der Stadt. Unter diesen Umständen ist
es für die Frösche günstiger, kleinere, dafür
aber mehr Eier zu legen, glauben Severtsova und ihre Kollegen.
Zudem scheinen die Amphibien noch
weitere Überlebensstrategien entwickelt zu haben: Selbst
zur Paarungszeit verhalten sie sich ausgesprochen ruhig und verteilen
ihre Gelege zudem über größere Flächen.
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