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Artenschützer:
«Alle Schildkröten vom Aussterben bedroht»
Alle 300 weltweit existierenden
Schildkrötenarten sind nach Angaben von Zoologen vom Aussterben
bedroht.
Münster (dpa) - Alleine in
Südostasien würden etwa 10.000 Tonnen Schildkröten
- 10 Millionen Tiere - pro Jahr verzehrt, sagte Roland Wirth,
Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaften für Arten- und
Populationsschutz (ZGAP), am Samstag in Münster auf einem
Treffen von rund 100 Artenschützern. Für die hochbedrohten
asiatischen Arten planten die ZGAP und der örtliche Zoo ein
internationales Zentrum für Schildkröten in Münster.
Agnew Mbwavi von der East African
Wild Life Society (EAWLF) stellte sein von der ZGAP unterstütztes
Projekt zum Schutz der Hunter-Leierantilope (Beatragus hunteri)
vor: Die nach ihrem Geweih in Form einer Leier benannte Antilope
gehöre zu den am stärksten von der Ausrottung bedrohten
Tierarten der Welt.
Ihr Bestand sei in den vergangenen
18 Jahren von 14.000 auf etwa 300 Tiere geschrumpft, sagte Mbwavi.
Wegen ihres guten Fleisches werde sie von den Menschen gejagt.
Im Rahmen des Projekts habe Mbwavi rund 100 dieser Antilopen zum
Schutz in den Tsavo Nationalpark an die kenianisch-somalische
Grenze gebracht.
Die ZGAP wurde 1982 mit dem Ziel
gegründet, sich unbürokratisch und effizient um vergessene
oder weniger bekannte gefährdete Tierarten zu kümmern.
Die Gesellschaft habe heute 600 Mitglieder - darunter viele zoologische
Gärten - und versuche in rund 30 Projekten, mehrere hundert
Arten zu schützen, sagte Wirth.
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