|
Operation gelungen: Gorilla sieht
Romina, ein 21 Jahre altes
Gorillaweibchen, kann zum ersten Mal seit ihrer Geburt klar sehen.
Das verkünden britische Mediziner nach der ersten Katarakt-Operation
an einem Gorilla in Europa.
(jkm) - Bei der zweistündigen
Prozedur wurde eine getrübte Augenlinse Rominas entfernt
und durch eine Silikonlinse ersetzt. Inzwischen ist Romina wieder
wohlauf und erkundet ihre Umgebung.
Romina wurde im römischen
Zoo geboren und mit der Flasche großgezogen. Als sie im
November letzten Jahres in den Zoo von Bristol gebracht wurde,
stellte man Katarakte - auch bekannt als Grauer Star - in beiden
Augen des Westlichen Tieflandgorillas fest und entschloss sich
zur Operation.
Katarakt-Operationen sind die
mit am Abstand am häufigsten durchgeführten Eingriffe
am Menschen. Normalerweise werden sie unter lokaler Betäubung
durchgeführt und dauern etwa zwanzig Minuten.
In diesem Fall bevorzugten die
Mediziner jedoch eine Vollnarkose, um dem 120 Kilogramm schweren
Weibchen und sich selbst die Prozedur zu erleichtern. Auch dauerte
der bereits im März durchgeführte Eingriff über
zwei Stunden, da die Operateure zunächst die Anatomie des
Gorilla-Auges erkunden mussten.
"Sobald Romina wieder zu
sich kam, war klar, dass sie sehen konnte", erläutert
Sharon Redrobe, die Tierärztin des Zoos in Bristol. "Ohne
sich den Weg zu ertasten, griff sie sofort nach Futter."
Mittlerweile ist der winzige Einschnitt
am Auge verheilt und Romina wieder bei ihren Artgenossen. Angesichts
des Erfolges wollen die Mediziner nun auch das zweite Auge des
Tieres operieren.
Ursprünglich waren Romina
und ihr Artgenosse Bongo nach Bristol gebracht worden, um für
Nachwuchs zu sorgen. Früher hielt man Tieflandgorillas für
zahlreicher als ihre vom Aussterben bedrohten Cousins, die Berggorillas.
Inzwischen sind jedoch auch sie durch Jagd und die Zerstörung
ihres Lebensraumes ernsthaft gefährdet.
|