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- 12.04.2002 -

 

 

 

 

 


 

Operation gelungen: Gorilla sieht

Romina, ein 21 Jahre altes Gorillaweibchen, kann zum ersten Mal seit ihrer Geburt klar sehen. Das verkünden britische Mediziner nach der ersten Katarakt-Operation an einem Gorilla in Europa.

(jkm) - Bei der zweistündigen Prozedur wurde eine getrübte Augenlinse Rominas entfernt und durch eine Silikonlinse ersetzt. Inzwischen ist Romina wieder wohlauf und erkundet ihre Umgebung.

Romina wurde im römischen Zoo geboren und mit der Flasche großgezogen. Als sie im November letzten Jahres in den Zoo von Bristol gebracht wurde, stellte man Katarakte - auch bekannt als Grauer Star - in beiden Augen des Westlichen Tieflandgorillas fest und entschloss sich zur Operation.

Katarakt-Operationen sind die mit am Abstand am häufigsten durchgeführten Eingriffe am Menschen. Normalerweise werden sie unter lokaler Betäubung durchgeführt und dauern etwa zwanzig Minuten.

In diesem Fall bevorzugten die Mediziner jedoch eine Vollnarkose, um dem 120 Kilogramm schweren Weibchen und sich selbst die Prozedur zu erleichtern. Auch dauerte der bereits im März durchgeführte Eingriff über zwei Stunden, da die Operateure zunächst die Anatomie des Gorilla-Auges erkunden mussten.

"Sobald Romina wieder zu sich kam, war klar, dass sie sehen konnte", erläutert Sharon Redrobe, die Tierärztin des Zoos in Bristol. "Ohne sich den Weg zu ertasten, griff sie sofort nach Futter."

Mittlerweile ist der winzige Einschnitt am Auge verheilt und Romina wieder bei ihren Artgenossen. Angesichts des Erfolges wollen die Mediziner nun auch das zweite Auge des Tieres operieren.

Ursprünglich waren Romina und ihr Artgenosse Bongo nach Bristol gebracht worden, um für Nachwuchs zu sorgen. Früher hielt man Tieflandgorillas für zahlreicher als ihre vom Aussterben bedrohten Cousins, die Berggorillas. Inzwischen sind jedoch auch sie durch Jagd und die Zerstörung ihres Lebensraumes ernsthaft gefährdet.

 Mehr Informationen:

University of Bristol

Grauer Star

Gorillas

Bushmeat-Kampagne

 

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